Sutil jetzt TV-Experte Sutils Comeback - zunächst am Mikrofon

Adrian Sutil, hier rechts mit seinem Manager Manfred Zimmermann, bei seinem Prozesstermin in München. Der Gräfelfinger wurde wegen schwerer Körperverletzung zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und ist in Berufung gegangen. Bis Mitte des Jahres will er wieder zurück in der Formel 1 sein. Foto: Jörg Koch, dapd

Der Gräfelfinger Formel-1-Pilot arbeitet für den Sender Sky – dabei würde er am liebsten sofort wieder ins Auto steigen. Immerhin wurde er bereits als Nachfolger für Massa bei Ferrari gehandelt

 

MÜNCHEN Klar, es ist sicher nicht das Formel-1-Comeback, das sich Adrian Sutil erhofft hatte. Und es ist auch nur auf Zeit. Die nächsten fünf Rennen wird der Gräfelfinger, von 2007 bis 2011 für Spyker und Force India in der Königsklasse des Motorsports am Steuer, für den Pay-TV-Sender Sky als Experte arbeiten. Im Studio in Unterföhring wird der 29-Jährige für die Zuschauer die Leistungen seiner Ex-Kollegen und -Rivalen analysieren.

Wobei Sutil den Zusatz „Ex” nicht so gern hört. Denn als Ex-Formel-1-Pilot fühlt er sich noch lange nicht. Eher als derzeit verhinderter. „Ganz sicher wären wir beide sehr viel lieber wieder vor Ort als die Rennen aus dem Studio oder von der Couch zu verfolgen. Die Formel 1 ist Adrians Berufung und Leidenschaft. Er wäre sehr gerne wieder im Auto”, sagt sein Manager Manfred Zimmermann der AZ.

Doch vorerst bleibt Sutil nur die Hoffnung auf das Comeback im Cockpit. Ende Januar verurteilte ihn das Amtsgericht München wegen schwerer Körperverletzung zu 18 Monaten Haft auf Bewährung. Sutil hat letztes Jahr in Shanghai Eric Lux, einen Mitinhaber des Lotus-Rennstalls, mit einem Glas am Hals verletzt. Sutil beteuert, dass dies unabsichtlich geschehen sei, das Gericht glaubte ihm nicht. Der Rennfahrer ging in Berufung.

Einen neuen Vertrag bei einem Rennstall bekam er nach dem Prozess nicht mehr. Und Angebote aus anderen Rennserien lehnte er ab. Früher oder später, so das Kalkül, wird ein Rennstall, wenn die Ergebnisse – oder versprochenen Sponsorenmillionen ihrer Fahrer – ausbleiben, nervös werden. Grenzenlos ist Sutils Geduld aber nicht, im Juni oder Juli würde er schon gerne wieder ins Cockpit steigen. „Wenn sich bis Mitte des Jahres nichts in der Formel 1 ergibt, haben wir Angebote und Möglichkeiten”, sagt Zimmermann.

Vermutlich muss er aber so lange gar nicht warten. Wie schnell sich selbst bei Top-Teams eine Chance ergeben könnte, offenbarte sich bereits diese Woche. Nach dem misslungenen Saisonauftakt steht bei Ferrari etwa bereits Felipe Massa heftig unter Beschuss. Laut einem Bericht der „Gazzetta dello Sport” will die Scuderia den Brasilianer schnell loswerden. Als Nachfolgekandidaten wurde neben dem Mexikaner Sergio Perez von Sauber auch Sutil gehandelt. „Da ist leider nichts dran”, sagt Zimmermann zwar, doch das gilt nur für den Moment. Zimmermann: „Man sollte Massa auch nicht nach dem ersten Rennen an den Pranger stellen und ihn die nächsten zwei bis drei Rennen in Ruhe seine Arbeit machen lassen. Wenn es dann nicht besser wird, kann man davon ausgehen, dass Ferrari reagiert. Aber jetzt schon von Ablösung zu sprechen ist ganz sicher zu früh.”

 

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