Sturmtief Axel Newsblog zum Hochwasser: Alle Bahn-Sperrungen wieder aufgehoben

, aktualisiert am 22.05.2019 - 13:41 Uhr
Bayern, Oberstaufen: Aufgrund von Dauerregen tritt der Alpsee bei Immenstadt über die Ufer. Foto: Benjamin Liss/dpa

Sturmtief "Axel" zieht über weite Teile Deutschlands hinweg. Aufgrund der anhaltenden Regenfälle herrscht auch in Bayern Hochwassergefahr. 

 

München - Das Tiefdruckgebiet "Axel" verursacht seit Montag überflutete Keller und überlaufende Gewässer. In Bayern beeinträchtigen die Regenfälle den Zug- und Straßenverkehr, lassen Flüsse und Bäche anschwellen. Vor allem in Alpennähe warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor extremen Niederschlägen. Die Hochwasserlage in Bayern im Newsblog.

Deutsche Bahn: Alle Sperrungen aufgehoben

Mittwoch, 22.05., 11.40 Uhr: Die Deutsche Bahn hat in Bayern alle Sperrungen aufgehoben, die wegen der Unwetter der vergangenen Tage nötig waren. Bis Mittwochnachmittag könne es noch Verspätungen und einzelne Zugausfälle geben, sagte ein Sprecher in München. Dann sollten alle Züge wieder nach Plan fahren. Privatbahnen könnten auch alle Strecken der Deutschen Bahn wieder nutzen.

Ruhige Nacht für Polizei in Bayern

Mittwoch, 22.05., 09.22 Uhr: Die starken Regenfälle der vergangenen Tage verursachen in Teilen Bayerns auch am Mittwoch noch Behinderungen. Von Straßensperrungen betroffen waren laut Polizei am Morgen kleinere Straßen unter anderem im unterfränkischen Ebern und im schwäbischen Donauwörth. Ansonsten sei es für die Polizei eine ruhige Nacht gewesen. Zu größeren Unfällen auf den Straßen sei es nicht gekommen, teilten die Polizeiinspektionen im Freistaat mit. Die Feuerwehr hatte in der Nacht vereinzelt mit vollgelaufenen Kellern zu tun.

Hochwasser sorgt weiter für Bahn-Probleme

Mittwoch, 22.05., 6.51 Uhr: Im Bahnverkehr gibt es weiterhin Einschränkungen in Bayern. Auf der Strecke zwischen Dinkelscherben (Lkr. Augsburg) und Freihalden (Lkr. Günzburg) unterspülte der Regen ein Gleis. Die Züge können hier nur auf einem Gleis fahren, wie ein Bahn-Sprecher sagte. Es sei mit geringfügigen Verspätungen zu rechnen.

Auch im Allgäu gibt es Einschränkungen: Der Streckenabschnitt zwischen Immenstadt und Oberstdorf (Lkr. Oberallgäu) ist gesperrt, weil die Wassermassen ein Gleis überschwemmten. Auch hier kann es laut dem Sprecher zu Verspätungen kommen. Wegen einer bestehenden Hochwasserschutzwand ist auch der Streckenabschnitt zwischen Immenstadt und Kempten bis auf Weiteres gesperrt – das teilte die Bahn am Mittwochmorgen mit. Beide Sperrungen werden laut Bahn voraussichtlich bis in den späten Abend andauern. Für beide Streckenabschnitte hat die Bahn einen Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet.

Daneben ist auch noch der Streckenabschnitt zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen gesperrt – hier gibt es ebenfalls einen SEV. Die Strecke soll laut Bahn bis in den Nachmittag hinein gesperrt bleiben.

Wetter am Mittwoch: Regen lässt nach

Mittwoch, 22.05., 06.29 Uhr: Das Frühlingswetter lässt auch am Mittwoch weiter auf sich warten. Der Regen habe in der Nacht jedoch nachgelassen, sagte Diplom-Meteorologe Christian Ehmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am frühen Morgen. Vereinzelt gebe es noch stärkere Niederschläge mit zwei bis vier Litern pro Stunde. "Das ist aber die Ausnahme. Und auch die ziehen jetzt weiter in Richtung Alpen."

Von den Alpen bis zum Bayerischen Wald kann es demnach noch bis zum Mittwochnachmittag Schauer geben. Sonst aber bleibe es meist trocken. Damit müssen sich die meisten Bayern am Mittwoch begnügen, denn so richtig schön wird es laut DWD trotzdem nicht. "Die Sonne wird sich am Mittwoch noch schwertun", sagte Ehmann. Nur im westlichen Franken könnte die Sonne am Nachmittag kurz zu sehen sein.

Unfälle durch Hochwasser in Bayern

Dienstag, 21.05., 22.21 Uhr: Stefan Sonntag, der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, appellierte an die Autofahrer, vorsichtig zu fahren. Ein Autofahrer sei an einer überfluteten Fahrbahn hängengeblieben – sein Wagen habe einen Motorschaden gehabt.

Im Landkreis Rhön-Grabfeld stießen zwei Autos zusammen, da sie wegen des Regens die Fahrbahnmarkierungen nicht sahen. Auf den Autobahnen A7 und A71 verloren Fahrer wegen Aquaplanings die Kontrolle, es gab ein halbes Dutzend Unfälle. Auch auf der A3 am Bayerischen Untermain krachte es bei Starkregen mehrfach. An der A8 bei Weyarn riss eine Windböe einen Baum um, der auf einen Lastwagen fiel. Der Fahrer wurde leicht verletzt.

Bei Starkregen hat eine Autofahrerin auf der A8 nahe Elchingen (Landkreis Neu-Ulm) die Kontrolle über ihr Auto verloren und sich mit ihrem Wagen überschlagen. Die 28-Jährige sei bei dem Unfall am Dienstag schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt worden, teilte die Polizei mit. Sie habe ihre Geschwindigkeit vermutlich nicht dem Wetter angepasst. Ein Rettungshubschrauber brachte die Frau in ein Krankenhaus. Für die Landung des Hubschraubers musste die A8 zwischenzeitlich gesperrt werden. Gaffer behinderten den Rettungseinsatz. Die Polizei zeigte zwei Schaulustige an, die den Einsatz gefilmt hatten.

Hochwasserschäden in Bayern – der aktuelle Stand

Dienstag, 21.05., 21.12 Uhr: Für die Landkreise Kelheim, Landshut, Bad Tölz-Wolfratshausen, Oberallgäu, Kempten, Günzburg, Weilheim-Schongau, Rosenheim und Garmisch-Partenkirchen gaben die Wasserwirtschaftsämter am Dienstag Warnungen vor Überschwemmungen bebauter Gebiete heraus. "Die Behörden arbeiten eng zusammen, um drohende Hochwasserlagen rechtzeitig zu erkennen", sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler).

Mehrfach musste die Feuerwehr ausrücken. In mehreren Gemeinden liefen Keller voll, ein andermal war ein Baum umgestürzt - oder eine Fahrbahn verschmutzt.

Auf einigen Bahnstrecken fielen zeitweise Züge aus oder kamen verspätet. Auf den Strecken zwischen Garmisch-Partenkirchen und Murnau sowie Kempten, Immenstadt und Oberstdorf wurden Gleise unterspült. Zwischen Erding und Markt Schwaben stürzte ein Baum in die Oberleitung. Auf der Strecke Immenstadt-Lindau kollidierte ein Zug mit einem umgestürzten Baum.

Bei Murnau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen waren einige Straßen überflutet, ebenso in den Landkreisen Traunstein, Weilheim-Schongau und Berchtesgadener Land. Auch bei Kempten und Kaufbeuren drohten Straßensperrungen.

Hochwasser: Gefahr in München und Umgebung

Dienstag, 21.05., 19.39 Uhr: In der Landeshauptstadt herrscht Hochwassergefahr an der Isar, die Stadt sperrte bereits den Flauchersteg. Doch auch im Umland ist Vorsicht geboten. In den Landkreisen Kelheim, Landshut, Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau, Rosenheim und Garmisch-Partenkirchen wurde bereits Montagmittag die Warnstufe drei ausgerufen. Örtlich könne gar die höchste Hochwassermeldestufe vier erreicht werden.  

Feuerwehreinsätze durch überlaufende Keller und Gewässer

Dienstag, 21.05., 17.28 Uhr: Die Feuerwehr musste bereits aufgrund vollgelaufener Keller mehrmals ausrücken. Am Deininger Weiher im Landkreis München stauten sich Fluten an einer Spundwand, das Wasser bedrohte eine Gaststätte. Feuerwehrler schnitten Löcher in die Wand und mussten Wasser aus dem Weiher abpumpen. In Bad Tölz wurden laut "BR" an der Isar Hochwassersperren errichtet; in Peißenberg wurde das Sandsack-Befüllen begonnen. Auch an der Donau stiegen die Pegel.

Einschränkung des Zugverkehrs

Dienstag, 21.05., 16.12 Uhr: Auf den Strecken Murnau-Garmisch-Partenkirchen und Erding-Markt Schwaben konnten zeitweise keine Züge fahren. Die Deutsche Bahn kündigte an, auf den entsprechenden Strecken Züge durch Busse zu ersetzen. Auf der Strecke Augsburg-Ulm waren nach einer Sperrung die Züge am Mittag wieder mit Tempo 70 unterwegs.

Noch keine dramatischen Vorfälle

Bis Dienstagmittag gab es laut Polizei noch keine dramatischen Vorfälle. Stefan Sonntag, der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, appelliert jedoch an die Autofahrer, vorsichtig zu fahren. 

Deutscher Wetterdienst: "Das Ärgste ist vorbei"

Für Aufatmen sorgt die Aussage eines Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes. Das Ärgste sei vorbei, "Axel" ziehe ab Dienstag nach Osten ab. Dennoch stehen weitere Niederschläge bevor. 

 

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