Stürmer im AZ-Interview Frank Mauer: "Dritter? Nicht unser Anspruch!"

Frank Mauer in Spiel Zwei des diesjährigen DEL-Finales gegen Wolfsburg. Foto: dpa

Der EHC Red Bull München empfängt Bremerhaven, zuletzt gab es eine Pleite gegen die Norddeutschen. In der AZ spricht mit Stürmer Frank Mauer über das Spiel, eine Wutrede von Jackson und Vaterfreuden.

AZ: Herr Mauer, 2:0 führen, aber 2:3 verlieren, woran erinnert Sie das?
FRANK MAUER: (lacht) Das sind keine schönen Erinnerungen, aber genau das ist uns bei unserem letzten Spiel gegen Bremerhaven passiert. Und das ist sehr untypisch für uns vom EHC Red Bull München. Wir haben die Partie eigentlich dominiert, aber dann irgendwie den Faden verloren. Das war insgesamt keine gute Zeit für uns, wir hatten die zwei Spiele davor auch schon verloren.

Gegen Wolfsburg und in Nürnberg.
Genau. Und dann haben wir auch noch das Spiel in Bremerhaven verloren. Da waren alle bei uns in der Mannschaft – um es mal deutlich zu sagen – ziemlich angepisst.

Wie sieht es denn in der Kabine des erfolgsverwöhnten Double-Meisters aus, wenn alle „ziemlich angepisst“ sind?
Es ist bei uns insgesamt so, dass es sehr ruhig zugeht. Da herrscht keine künstliche Hektik, letztlich weiß ja jeder, was er zu tun hat. Wir haben großes Selbstvertrauen. Aber nach den Niederlagen hat man schon so ein richtiges Knistern gespürt. Drei Mal am Stück zu verlieren, das ist nicht unser Selbstverständnis.

Nach der derben 1:5-Pleite in Nürnberg soll Coach Don Jackson aber doch sehr laut geworden sein.
Es stimmt, dass er lauter geworden ist. Aber das muss auch manchmal sein. Und wenn der Don mal so richtig sauer ist, dann haben wir das auch verdient. Der Erfolg danach gegen Augsburg war noch ein bisschen ein Zittersieg, der Sieg in Düsseldorf war dann aber souverän. Die Tendenz geht klar noch oben. Und natürlich ist es so, dass der dritte Platz, auf dem wir gerade stehen, ganz schön ist, aber das ist trotzdem nicht das, was wir von uns erwarten. Wir wollen wieder Meister werden.

In den vergangenen drei Spielzeiten waren Sie am Ende jeweils Meister. Erst mit Mannheim, dann zwei Mal mit München. Ein titelloses Jahr wäre für Sie schon fast wie Entzug.
Ich hoffe, dass ich das nie wieder erleben muss. (lacht)

Am Freitag geht es wieder gegen Bremerhaven. Irgendwie tut der EHC sich gegen diesen Gegner in der regulären Saison sehr schwer.
Die sind wirklich sehr unangenehm zu spielen. Sie sind irgendwie in der Lage, uns immer wieder zu überraschen. Sie sind laufstark, spielen hart und nah am Mann, die machen einem das Leben echt schwer.

Wie sehr hat sich Ihr eigenes Leben denn verändert? Sie sind vor fünf Monaten erstmals Papa geworden.
Es ist einfach wunderbar. Ich genieße das sehr und meine Frau auch. Die Kleine erkennt uns jetzt, reagiert auf uns, lacht viel. Und jedes Lachen ist ein Geschenk, bei dem das Herz aufgeht. Ich war auch bei der Geburt dabei, habe die Nabelschnur durchgeschnitten. Das sind Momente, an die ich mich unglaublich gerne erinnere, bei denen ich aber auch sehr emotional werde.

Man hört es.
Es verändert sich wirklich das ganze Leben. Die Prioritäten verschieben sich. Mir ist es da auch vollkommen egal, wenn ich mal ein bisschen weniger schlafe. Ich habe so viel mehr gewonnen, als ich verlieren kann.

Dann müssen Sie sich Tipps von Teamkollege Abeltshauser holen, wie man immer und überall schlafen kann.
Ja, der ist da ein unschlagbarer Experte. (lacht)

War Ihre Kleine schon mit im Stadion?
Ja, sie ist ein Kind, die es mag, wenn etwas Trubel ist. Meine Frau und ich hatten auch mal ausgemacht, dass ich sie mit auf die Ehrenrunde nehme, wenn wir gewinnen. Leider haben wir dann verloren. Da war ich wahnsinnig enttäuscht. Aber sie war jetzt zwei Mal dabei, das empfinde ich für mich als Meilenstein, wenn man sein Kind an dem teilhaben lassen kann, was die große Leidenschaft ist.

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