Streit wegen Musik und Gelächter Fürstenfeldbruck: Psychisch Kranker greift Nachbarn mit Machete an

Im Mai 2018 griff ein 27-Jähriger in Fürstenfeldbruck mit einer Machete an. Nun soll ein Gericht entscheiden, ob der Mann dauerhaft in die Psychiatrie muss. (Symbolfoto) Foto: Daniel Karmann/dpa

Im Mai 2018 attackierte ein 27-Jähriger seinen Nachbarn mit einer Machete. Nun muss das Münchner Landgericht klären, ob der Mann dauerhaft in die Psychiatrie kommt.

 

Fürstenfeldbruck - Sie lagen sich seit zwei Jahren in den Haaren. Der psychisch gestörte Peter N. (27, Name geändert) berichtet vor Gericht, dass sich sein Nachbar des Öfteren beschwert habe. Der Grund: laute Musik und noch lauteres Gelächter seiner nächtlichen Besucher. Dabei habe er sich bemüht, nicht zu stören, beteuert Peter N. zum Prozessauftakt am Freitag.

Wegen lauter Musik: Mann greift Nachbar mit Machete an

Am 1. Mai 2018 eskalierte die Situation. Peter N. hatte bei einer nahen Fürstenfeldbrucker Tankstelle Tabak gekauft und war seinem Nachbarn und dessen Begleiterinnen auf der Straße begegnet. Der 27-Jährige zeigte laut Antragsschrift auf seinen Nachbarn, deutete mit der Hand eine Pistole an und rief: "I kill you" und "Ich bringe dich um, Hurensohn".

Kurz darauf soll er von seinem Balkon runter erneut "I kill you" gerufen haben. Vor Gericht erklärt Peter N., dass ihn der Nachbar zuvor provoziert habe. Der Mann sei Metzger und habe sinngemäß angedeutet, dass er Tiere schlachte, und dass er das auch mit Peter N. machen könne. Das hätte ihn geschockt, sagt der Psychiatrie-Patient. Er sei dann mit seiner Machete (Klingenlänge: 42 Zentimeter) rausgelaufen, sei mit Kriegsgeschrei und hoch erhobener Machete auf den Nachbarn zugelaufen.

Staatsanwaltschaft hält 27-Jährigen für gefährlich

Doch während die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass Peter N. dann mit Tötungsabsicht ausgeholt und mit der Machete zugeschlagen habe, sagt der 27-Jährige, dass er darauf geachtet habe, sein Opfer, das sich rechtzeitig wegduckte, nicht zu treffen.

Bei dem Angriff verletzte sich Peter N. selber am Oberschenkel. Er war durch den Schwung des Schlages gestrauchelt. Seinem Nachbarn gelang die Flucht.

"Ich bin jetzt ruhig", sagt der 27-Jährige. Doch die Staatsanwaltschaft hält den an einer schizoaffektiven Störung leidenden Mann für gefährlich. Aus seiner einstweiligen soll deshalb eine dauerhafte Unterbringung in einer Psychiatrie werden. Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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