Streit um Wohnungen Die alte Mühle sinnvoll nutzen!

Der alte Kegelhof liegt idyllisch im Grünen... Foto: Daniel von Loeper

Die GWG plant im ehemaligen Kegelhof in der Au frei finanzierte Wohnungen. Der BA hat das Sanierungskonzept heftig kritisiert. Vorerst nutzen Künstler das Gelände.

 

Au - Eine ehemalige Papierfabrik aus dem 14. Jahrhundert, die mehrere Jahre leerstand und ein Streit wegen frei finanzierter Wohnungen und Büros der GWG, die an der Stelle entstehen sollen, haben im Bezirksausschuss viel Empörung ausgelöst. Doch wie heißt es so schön: Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte.

Künstler der Initiative „Kulturjute“ nutzen das seit vielen Wochen heftig diskutierte Gelände am Kegelhof ab diesem Samstag für eine kreative Zwischennutzung. Gemeint ist nicht etwa eine Hausbesetzung, sondern ein von der GWG genehmigtes Projekt – also von jener städtischen Wohnungsbaugesellschaft, die die historische Mühle teils abreißen und auf dem Gelände bis 2016 stolze 38 Wohnungen auch für Senioren und Büros errichten will.

Bevor im Herbst die Bauwagen vor den Kegelhof fahren, wollen die Künstler auf dem Gelände jetzt bis zum 5. September (täglich von 12 bis 22 Uhr) zu Musik, Tanz, Theater und Workshops für alle Altersgruppen einladen. In den vergangenen Tagen haben sie ihre „Nomadenzelte“ vor der ehemaligen Mühle aufgeschlagen.

Die Zelte sollen ein Treffpunk für Gespräche sein. Eingeladen sind neben allen Münchnern auch Vertreter von Initiativen im Viertel. Es geht um „Foodsharing“, ums Radeln oder um Musikinstrumente. Wer mag, fertigt unter Anleitung ein eigenes Möbelstück, so die Idee.

Was halten Stadtteilpolitiker von dem Kulturprojekt, das die GWG auf dem Gelände unterstützt? „Aus meiner Sicht ist es ein Lichtblick“, sagt Grünen-Politiker Werner Walter im BA. Versöhnliche Worte. Denn vehement hatten die Stadtteilpolitiker die GWG für deren Wohnungspläne hier am Auer Mühlbach kritisiert (AZ berichtete).

Den BA stört, dass die GWG im Kegelhof frei finanzierte Wohnungen plant. „Es war immer unser Ziel, dort geförderten Wohnungsbau unterzubringen“, sagt BA-Chefin Adelheid Dietz-Will. Sie wünscht sich „mehr Platz für Familien“ und eine „Mischung nach dem München-Modell“. Die Mieten in der Au würden derweil weiter steigen, „pro Quadratmeter bezahlt man hier oft 15 bis 16 Euro“.

Auch eine Kita und einen Nachbarschaftstreff habe sich der BA für den Kegelhof gewünscht. Und stattdessen weniger Büros. „Wir fühlen uns als Vertreter vor Ort zu wenig gehört“, sagt die BA-Chefin.

Die von der GWG geplanten Seniorenwohnungen im Kegelhof hält die SPD-Politikerin für fraglich. Die nächste Haltestelle sei zu weit weg. „Die Gegend ist für Senioren zu Fuß schlecht zu erreichen.“ Die Kritik richte sich nicht generell gegen die GWG, betont Grünen-Politiker Werner Walter, „das Kulturprojekt macht Sinn“. Die Sanierungspläne für den Kegelhof kritisiert auch er: „Es drängt sich der Eindruck auf, dass man hier alles mögliche Gute tut, aber nicht unbedingt für den Stadtteil.“

 

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