Street-Art in Giesing München: Gigantisches Löwen-Graffiti - das steckt dahinter

Der Künstler WonABC hat in Giesing die Wand eines Stadtwerke-Gebäudes bunt gestaltet. Foto: Patrick Mayer

Giesing ist um eine Attraktion reicher: Ein gigantisches Street-Art-Gemälde ziert die Hauswand der Zehentbauernstraße 8. AZ erklärt, was hinter dem Motiv steckt.

 

München - Löwen-Graffiti in Giesing, das ist wahrlich nichts Neues. Doch dieses Graffito ist anders als die üblichen Kritzeleien. Über die ganze Hauswand in der Zehentbauernstraße 8 erstreckt sich das auffällige Street-Art-Werk auf orange-rot gestreiftem Grund.

Auf dem Bild treten zwei Gestalten gegeneinander an: Bluebier, eine skelettierte Version des TSV-1860-Löwen, versus Robin "Bluebeard" Page mit dem charakteristischen blauen Bart und Boxhandschuhen. Mit Sport hat das Werk allerdings nicht viel zu tun, auch wenn die Anklänge an die Löwen das vermuten lassen.

Hommage an Fluxus-Künstler Robin Page

Laut dem Künstler Markus Müller alias WonABC ist das Werk eine Hommage an den Künstler Robin Page: "Prof. Robin Page aka Bluebeard verstarb leider 2015. Ich schätze seine Person und künstlerische Arbeit sehr." Aus diesem Grund hat er eine "Memorial Wand" für den Fluxus-Künstler entworfen.

Bei der avantgardistischen Kunstbewegung Fluxus steht die schöpferische Idee im Vordergrund, nicht das Werk selbst.

Kunst-Projekt der Stadt München

Das Projekt ist im Rahmen der Veranstaltungen zum 100. Jahrestag der Räterepublik und des Freistaates Bayern entstanden. Die Stadt München und die Stadtsparkasse haben die nötigen Fördergelder bereitgestellt. Das Kulturreferat suchte die geeigneten Flächen dafür und fand sie an dem SWM-Gebäude in der Zehentbauernstraße.

Rund einen Monat dauerte die Umsetzung – seit Mitte November können Passanten das schrille Werk sehen. Als Nächstes ist die Hausseite Richtung Martin-Luther-Straße dran. Auch dort soll Farbe an die Wände kommen. Arbeitstitel: "100 Jahre Räterepublik / Kurt Eisner / 100 Jahre Freistaat Bayern". Fertiggestellt wird die zweite Wand allerdings wohl erst im April.

"Das Projekt soll das urbane Gesicht Münchens freundlicher gestalten und Menschen für Kunst im öffentlichen Raum begeistern", sagt Markus Müller. Es ist nicht das erste haushohe Street-Art-Werk, mit dem Müller in München für Aufsehen sorgt: Auch am Kolumbusplatz hat er eine graue Eisenbahnbrücke mit Bienen geschmückt. Das Graffito von Georg Elser in der Bayerstraße stammt ebenfalls von ihm.

 

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