Stilberaterin gibt Tipps Der Sommer-Knigge fürs Büro: So kleiden Sie sich richtig

Wenn's heiß wird im Büro ist manches erlaubt - kleidertechnisch aber eher nicht. Foto: imago

Flipflops, kurze Hosen, Minirock: Was Frauen und Männer bei der Hitze im Büro anziehen dürfen und was nicht, erklärt in der AZ eine Stilberaterin.

Ein Thema beherrscht momentan wohl jedes Büro: die Hitze. Am liebsten würde man mit der kurzen Lieblingshose und knappem Top arbeiten. Aber ist das angebracht? Und wie kommt das bei Kollegen und dem Chef an?

Nicht gut, sagt Janine Katharina Pötsch. Die Münchner Stilberaterin, die jetzt im Spreewald wohnt, hat eine genaue Vorstellung vom richtigen Sommer-Outfit im Büro. Natürlich komme es auch auf die jeweilige Branche an, in der man arbeitet, grundsätzlich sollte man sich laut der Stilberaterin aber morgens folgende Fragen stellen, bevor man aus dem Haus geht:

  • Was erwartet mich heute?
  • Welche Termine stehen an?
  • Welche Wirkung will ich mit meiner Kleidung bei meinem Gegenüber erzeugen?
  • Betont mein Outfit mein fachliches Können?

Wer sich in der Arbeit in Sommer-Urlaubskleidung präsentiert, macht den negativen Eindruck, eh nur auf eins zu warten: Feierabend und Freibad. "Das Sommer-Outfit im Büro darf schon leicht und locker und ein bisschen farbig sein, aber es sollte die Kompetenz unterstreichen", sagt Pötsch im AZ-Gespräch.

Wer sich zu freizügig zeigt, könne schnell in der "Schublade Sexy" landen. Auch wer sich zu modern präsentiert und jeden Sommertrend mitmacht, könnte bei einem Firmenkunden oder beim Chef das Vorurteil wecken: "Das ist ja nur eine Modepuppe."

Welche modischen Ratschläge Pötsch sonst noch hat – ihr Büro-Sommer-Knigge:

Was geht im Job gar nicht? Pötsch verurteilt als schlimmste Modesünde des Sommers: Flipflops. "Die sind ein absolutes No-Go." Sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Damit sieht man nicht nur urlaubsreif, sondern auch ungepflegt aus, so die Stilberaterin.

Worauf verzichtet man als Frau lieber? Bauchfrei mag zwar momentan wieder angesagt sein, aber nicht im Büro. Gleiches gilt fürs Weglassen des BHs. Spaghetti-Träger sind ebenfalls tabu. Auch Blusen sind bei Hitze nicht unbedingt zu empfehlen, denn sie kleben schnell am Körper. "Das wirft unschöne Falten und knittert."

Keine Blusen – was dann? Der Tipp der Expertin: ein Baumwoll-Shirt, das – wichtig! – die Schultern bedeckt. Das ist übrigens auch bei Kleidern wichtig.

Wie tief darf der Ausschnitt sein? Hier sollte man folgende Faustregel befolgen: "Die Länge von der Augenbraue bis zum Kinn sollte sich vom Kinn bis zum Ausschnitt wiederholen."

Und wie kurz der Rock? "Der Stoff sollte das Knie umspielen oder bis zu einer Handbreit überm Knie sein." Wer seine Beine nicht zeigen will, weil er sich etwa zu blass fühlt oder Krampfadern hat, kann auf halterlose Strümpfe ausweichen.

Wie schaut das perfekte Sommer-Outfit für die Frau aus? "Ein leichtes, luftiges Baumwollkleid – das geht immer." Beherzigt werden müssen natürlich die Regeln bezüglich Ausschnitt, Schultern und Länge. Dazu als Schuhe Ballerinas oder Sandaletten.

Müssen es immer Röcke und Kleider sein? Nein! Auch eine Sommerhose aus Baumwolle oder Leinen kommt in Frage, das kann vor allem auch für solche Branchen eine Alternative sein, in denen bei Röcken Strumpfhosen angesagt sind.
Ebenfalls in Ordnung: Hosen in Dreiviertel-Länge. Pötsch rät Frauen von Bermudas und Capri-Hosen ab, "die sitzen am Knie meistens unschön".

Die Büro-Knigge-Tipps für Männer

Zu den Männern: Dürfen sie kurze Hemden tragen? Hier kann Mann in Pötschs Augen etwas Entscheidendes falsch machen: Ein No-Go ist für sie ein kurzärmeliges Hemd mit Krawatte. So macht man es besser: Statt einem langärmeligen Hemd kann man ein Polo-Shirt tragen oder durchaus auch mal ein kurzärmeliges Hemd – dann aber unbedingt auf die Krawatte verzichten.

Bermudas im Büro – geht das? Pötsch kann sich vorstellen, dass das in manchen Branchen durchgeht, wenn man zum Beispiel keinen Kundenkontakt hat. "Aber als Bankvorstand geht das nicht." Deswegen ihr Mode-Rat: "In konservativen Berufen geht leider nur die lange Baumwollhose."

Wie schaut das perfekte Outfit für den Mann aus? Wenn es kein Anzug sein muss, kleidet er sich am besten mit einer Chino-Baumwollhose mit Moccasins und einem Polo-Shirt.

Welche Farben sind gut an heißen Tagen? Helle Farben. "In dunklen Farben schwitzt man noch mehr." Wer dazu neigt und ganz Weiß tragen will, sollte unbedingt auf die Qualität der Kleidung achten: besser reine Baumwolle als synthetische Stoffe.

Geht auch bunte Kleidung? Ja, wenn es zum Typ der Person und zum Profil des Jobs passt. "Man muss ja nicht als graue Maus im Sommer rumlaufen." Die goldene Regel: "Nie mehr als vier Farben mit Schuhen und Accessoires im Outfit".

Darf ich die Schuhe ausziehen und ein kühles Fußbad nehmen? Nein! Pötsch würde einen Waschlappen mitbringen, ihn feucht machen und die Beine hinter der verschlossenen Tür der Toilette abkühlen.

Wie bereite ich mich auf einen heißen Tag im Büro vor? Pötsch empfiehlt neben einem Vorrat an guten Deos Wechselkleidung mitzunehmen. Vor allem dann, wenn man abends noch einen wichtigen Termin hat.

Lesen Sie hier: Männer aufgepasst! Das ist der Sommer-Trend 2018

 

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