Steve Jobs Der Weltverbesserer

Von der Computer-Maus über „Toy Story” bis zum Musik-Download – der Apple-Chef hat die Welt viel smarter gemacht.

 

Ach, Sie sind gar kein Computer-Freak? Und trotzdem. Steve Jobs hat Ihr Leben verändert. Und das vermutlich mehr als nur einmal.

Die Maus. Es gab einmal Computer ohne Maus. Steve Jobs hat die Computer-Maus nicht erfunden, aber er hat ihr zum weltweiten Durchbruch verholfen. Aufmerksam wurde der damals 24-jährige Jobs auf das neuartige Eingabegerät 1979 bei einer Besichtigungstour von Xerox PARC in Palo Alto. Jobs war wie elektrisiert, als man ihm dort zeigte, wie man einen Computer mit Mauszeiger und winzigen Symbolen bedienen konnte. Noch am selben Tag soll Jobs damit begonnen haben, die grafische Oberfläche für den späteren Macintosh-Computer zu entwerfen. Steve Jobs später wörtlich: „Gute Künstler kopieren. Große Künstler stehlen."

Hollywood. Vielleicht sind Sie Steve Jobs schon im Kino begegnet. Als er 1985 bei Apple vor die Tür gesetzt wurde, kaufte er Lucasfilm Graphics von Starregisseur George Lucas („Star Wars”). Jobs glaubte an die Zukunft der Computeranimation in einer Zeit, als es niemand sonst tat. Aus der Firma entstand Pixar, ein Unternehmen, das zehn Jahre lang nur Verluste einfuhr. Die Gehälter seiner Mitarbeiter bezahlte Steve Jobs aus seinem Privatvermögen. Dann kam „Toy Story”, und Pixar produzierte einen Blockbuster nach dem anderen („Findet Nemo”, „Cars”), während die Zeichentrickfilme von Disney reihenweise floppten. Dem Micky-Maus-Konzern blieb nichts übrig, als Pixar zu kaufen. Jobs war größter Alleinaktionär von Disney.

MP3-Player. Das MP3-Datenreduktionsverfahren selbst wurde vom deutschen Fraunhofer-Institut entwickelt. Aber Jobs hat dem Speicherstandard zum weltweiten Durchbruch verholfen. Mit dem iPod ist Jobs vor exakt zehn Jahren eines der größten unternehmerischen Risikos seiner Karriere eingegangen. Mit diesem Millionen-Seller hat Jobs maßgeblich dazu beigetragen, dass die CD heute ein Auslaufmodell ist.

Musikdownloads. Steve Jobs hat dafür gesorgt, dass wir Musik heute leicht und legal aus dem Netz laden können. Er war es, der die Musikindustrie dazu zwang, ihre Musiktitel einzeln und für einen fairen Preis (99 Cent) zum Download anzubieten. Mit dem iTunes-Store wandelte sich der einstige Computer-Bauer Apple binnen weniger Jahre in ein virtuelles Kaufhaus – und ganz nebenbei zum größten Musikhändler der Welt.

Touchscreen. Natürlich war auch der Touchscreen keine Erfindung von Steve Jobs. Aber mit Produkten wie dem iPhone und später dem iPad hat Jobs Eingabegeräte wie die Maus überflüssig gemacht. Seither ist es möglich, Smartphones, Tablets, sogar PCs mit dem Zeigefinger zu bedienen. Multitouch gehört zu einem der über 300 Patente, die Jobs Firma Apple angemeldet hat.

Die Apps. Vor dem iPhone waren Handys dumm. Steve Jobs hat die Smartphones smart gemacht. Mit der Möglichkeit, durch kleine Zusatzprogramme („Apps”), sein Mobiltelefon in ein digitales Schweizer Taschenmesser zu verwandeln, hat der große Visionär den Telekommunikationsmarkt gehörig aufgemischt.

Design. Mit seinem ausgeprägten Sinn für Ästhetik befreite Steve Jobs PCs und Handys aus ihren trostlosen grauen Plastikgehäusen und verwandelte diese dadurch in Lifestyle-Produkte. Dis Inspiration für das legendäre Apple-Design hatte sich Jobs aus Deutschland geholt. Jobs schwärmte für die klaren Linien der Braun-Produkte. Und auch über die Eleganz seiner Miele-Waschmaschine konnte er minutenlang reden.

Typografie. Was kaum einer weiß: Steve Jobs hat die Typografie revolutioniert. Ihm ist es zu verdanken, dass Computer ein gleichmäßiges Schriftbild erzeugen. Jobs war wie besessen von diesem ästhetischen Eingriff. Der Hintergrund: Kalligraphie war eines der wenigen Fächer, das Jobs bei seinem kurzen Ausflug an eine Uni tatsächlich faszinierte.

 

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