Stellungnahme des Präsidiums TSV 1860: Vereinsbosse sprechen über Daniel Bierofkas Abschied

, aktualisiert am 11.09.2019 - 14:43 Uhr
Besondere Identifikationsfigur für die Löwen: Daniel Bierofka. Foto: sampics/Augeklick

Die Kluboberen des TSV 1860 um Präsident Robert Reisinger sprechen in einer Stellungnahme über die besondere Rolle von Trainer Daniel Bierofka und erklären ihn trotz seiner Ausnahmestellung nicht für unersetzlich. "Der TSV 1860 hat vor Bierofka existiert und er wird es auch nach ihm tun."

 

München - Daniel Bierofka ist nicht nur Trainer des TSV 1860. Der Ex-Nationalspieler ist auch Identifikationsfigur des Vereins. Chance und Risiko zugleich für Bierofka, wie sein Wirken in den vergangenen Monaten zeigt: In der Dritten Liga ist der 40-Jährige wie jeder Trainer abhängig von Ergebnissen und würde bei entsprechend lange anhaltender Erfolgslosigkeit gemäß der Mechanismen des Geschäfts im Profisport früher oder später zur Disposition stehen.

Und: Bierofka erfüllt bei 1860 noch eine andere Rolle. Seine Einflussnahme in vereinspolitische Belange ist in den Augen mancher Löwen absolut positiv einzuordnen, anderen stößt Bierofkas "Einmischung" sauer auf.

Robert Reisinger und Co.: Lob an Daniel Bierofka

Gleichzeitig gilt der noch relativ frisch gebackene Fußball-Lehrer als Trainertalent, das in den Fokus höherklassiger Klubs geraten könnte: Der SSV Jahn Regensburg hat sich nach AZ-Informationen bereits mit Bierofka auseinandergesetzt.

Auch das Präsidium der Sechzger hat Bierofkas mehrdimensionale Arbeit erkannt - und sich in einer Stellungnahme dazu geäußert. Darin loben Präsident Robert Reisinger und Co. Bierofka zwar, doch ein Teil der Aussage lässt aufhorchen.

Bierofkas "besondere Rolle" beim TSV 1860

"Daniel Bierofka hat beim TSV 1860 München eine besondere Rolle, die über die eines normalen Trainers hinausreicht. Seine Scharnierfunktion in alle Richtungen und seine persönliche Identifikation mit den Löwen ermöglicht, dass sich irgendwie alle auf ihn einigen können. Auch unser Mitgesellschafter, der bis dato als wenig geduldig mit Trainern gilt", schrieben die Bosse der Sechzger am Montagvormittag und ordneten Letzteres als "erfreulich" ein: "Der TSV 1860 schätzt Bierofkas Engagement und weiß es zu honorieren."

Aber: Reisinger und Co. sprechen auch von einem möglichen Abschied Bierofkas. "Doch auch in seinem Fall gelten die bekannten Mechanismen der Branche: Erhält er ein attraktives Angebot eines höherklassigen Klubs, kann ihm niemand verdenken, wenn er die Offerte annehmen würde", so die Kluboberen über etwaige Abwerbungsversuche: "Als junger Trainer muss er auch seine eigene Karriere im Blick haben."

TSV 1860 München: "Existenz" auch ohne Bierofka

Bierofka, nach der vergangenen Saison eigenen Aussagen zufolge mit dem ein oder anderen Abschiedsgedanken, den er am Ende doch über Bord geworfen hatte, will besagte Karriere bei seinen Sechzgern fortführen. Die Aussagen des Präsidiums legen jedoch den Verdacht nahe, dass man mit der starken Position des Chefcoaches, die über ein normales Engagement als Übungsleiter hinausgeht, nicht allzu glücklich ist.

Es wirkt fast, als würde den Verantwortlichen ein Lob nur schwer über die Lippen gehen, denn sie lassen folgen: "Der TSV 1860 München hat vor Daniel Bierofka existiert und er wird es auch nach ihm tun. Seine Verdienste um die Löwen schmälert das nicht." Es schmälert aber das Lob für jenen Mann, der bei Sechzig mehr als ein Trainer ist.

AZ-Umfrage: 1860 ohne Bierofka - geht das überhaupt?

 

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