Stellenabbau und Kündigungen? Angst um Siemens-Jobs und Standorte: Wen trifft's?

Bangen um den Arbeitsplatz: Wen trifft die Verschlankung bei Siemens? 7000 Stellen sind betroffen. Kommt die Kündigungswelle? Foto: dpa

Weltweit rund 7000 Arbeitsplätze, davon etwa 500 in München und 500 in Erlangen sollen bei Siemens wegfallen: Mitarbeiter bangen: Wen und welche Standorte trifft's? Neue Details und aktuelle Entwicklungen am Freitag

 

München - Mit einem mulmigen Gefühl gehen tausende Siemensianer am Freitagmorgen in die Büros: Angst vor der großen Kündigungswelle! Am Donnerstag machten Horror-Zahlen die Runde: über 7000 Jobs sollen bei Siemens weltweit wegfallen. Von den 3000 Stellen in Deutschland fallen etwa je 500 auf München und Bayern, wie der BR informiert. Welche Standorte genau betroffen sind, wen es trifft, darüber zunächst kein Wort von der Konzernführung.

Nach den Beratungen mit Arbeitnehmervertretern informiert der Elektrokonzern Siemens am Freitag über die Auswirkungen des radikalen Konzernumbaus. Siemens hatte sich zunächst nicht dazu äußern wollen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei dem Konzern wegen einer geltenden Beschäftigungssicherung ausgeschlossen.

Siemens-Chef Joe Kaeser will den Elektrokonzern mit dem Umbau auf Trab bringen und kundennäher machen. Dafür hat er die Sektoreneinteilung des Geschäfts abgeschafft und die Zahl der Divisionen von 16 auf neun gekappt. Zu dem Umbau gehört auch die Verselbstständigung der Medizintechnik und der Verkauf von Randaktivitäten wie der Hörgerätesparte.

Geschäftlich lief es für den Elektroriesen zuletzt nicht rund: Für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September) hatte Kaeser einen Gewinneinbruch vorlegen müssen. Grund dafür waren unter anderem Zinseffekte. Siemens kämpft aber auch mit Problemen im wichtigen Energiegeschäft.

Die IG Metall hatte die Stellenabbau-Pläne zunächst nicht kommentiert. Arbeitnehmervertreter sehen die Einschnitte aber schon lange kritisch. "Ich habe es satt, dass immer wieder Personalabbau als alternativlose Lösung propagiert wird", sagte die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn.

 

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