Steit um kurdisches Newroz-Fest Protest: 600 Kurden demonstrieren am Stachus

Demonstration am Stachus: Die Veranstalter rechnen mit bis zu 1000 Teilnehmern. Sehen Sie hier Bilder von der Veranstaltung in unserer Klickstrecke! Foto: Petra Schramek

Rund 600 Kurden demonstrieren am Stachus, weil sie ihr traditionelles Neujahrs- und Frühlingsfest nicht wie geplant feiern können. Die Veranstalter beschuldigen die Polizei.

 

Altstadt - Anfangs war die Stimmung angespannt. Dann tanzten und sangen die rund 600 kurdischen Männer und Frauen bei ihrem improvisierten Newroz-Fest am Stachus. Es gab Gerüchte, die Polizei wolle das Fest verhindern.

Ursprünglich wollten die Organisatoren des Newroz-Fests im Postpalast in der Wredestraße feiern. Doch aufgrund eines Fehlers bei der Reservierung, wie es am Sonntag hieß, kam es zu einer Doppelbuchung. Das kurdische Fest kam deshalb nicht zum Zug.

Als Ausweichort wurde eine Halle in der Muthmannstraße ausgesucht. Doch auch dort klappte es nicht. Bei einer Vorbesprechung, an der auch ein Vertreter des KVR teilnahm, kam heraus, dass der Veranstaltungsort nicht geeignet und auch nicht zugelassen ist. Deshalb kam ein Vertrag nicht zustande. Zwei Veranstaltungsorte und zwei Absagen – das weckte das Misstrauen des Newroz-Komitees Die Polizei habe die Veranstaltung verhindert, heißt es in einer Mitteilung des Newroz-Komitees 2014: „Damit kriminalisiert das Münchner Polizeipräsidium erneut eine kurdische Veranstaltung und greift die demokratischen und kulturellen Rechte von Kurdinnen und Kurden an.“

Die Polizei weist die Vorwürfe entschieden zurück. Man habe die Newroz-Feier nicht verhindert. „Die Veranstaltung war angemeldet und genehmigt“, sagt Polizeisprecher Markus Kraus. Ein Beamter habe lediglich im Vorfeld Kontakt zum Hallenbetreiber aufgenommen und um Rückruf gebeten. „Das ist ein ganz normaler Vorgang und üblich bei großen Veranstaltungen“, sagt Werner Kraus.

Das Komitee meldete für Sonntag aus Protest eine Kundgebung am Stachus an. Die Polizei war wegen der vielen Gerüchte im Vorfeld bereits ab Mittag mit starken Kräften rund um den Stachus in Bereitschaft. Absperrgitter wurden vorsichtshalber aufgestellt.

Doch dann entwickelte sich die Protestdemo recht schnell zu einem entspannten Frühlingsfest. Die Menschen bildeten einen Kreis, nahmen sich an den Händen, sangen und tanzten. Nach Polizeiangaben beteiligten sich rund 300 in München lebende Kurden an dem improvisierten Newroz-Fest, das mit einem Lagerfeuer am Abend zu Ende gehen sollte.

 

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