Steigende Gewalt gegen Einsatzkräfte Polizist im Einsatz attackiert: "Ich hatte Todesangst"

Auch er ist bei einem Einsatz verletzt worden: Polizeiobermeister Patrick H. (27) vor dem Münchner Polizeipräsidium. Foto: job

Bayernweit hat die Gewalt gegen Polizisten im vergangenen Jahr zugenommen. Die aktuellen Zahlen für München. Einen besonders drastischen Vorfall gab es dort im Mai.

 

München - Die Gewalt gegen Polizisten hat im vergangenen Jahr bayernweit zugenommen. Auch in München gibt es alarmierende Fälle. Am Freitag hat Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä auf einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium die neuesten Zahlen für das Jahr 2018 vorgestellt. 

Erschreckend: Beinahe vier Mal täglich werden Polizeibeamte im Schnitt während ihres Einsatzes in der Stadt und dem Landkreis München nicht nur verbal beleidigt, sondern auch angespuckt, geschlagen oder getreten. 

Vorfall 2019 in München - vier Polizisten verletzt

Einer der Vorfälle hatte im Mai 2019 über München hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Ein 34-jähriger Autofahrer hatte damals vier Polizisten verletzt. Der Mann war unter Drogen stehend in eine laufende Unfallaufnahme am Maximiliansplatz gerast. Erst nach einer Verfolgungsjagd konnte er gestoppt und festgenommen werden.

Polizeiobermeister Patrick H. (27) sagte auf der Pressekonferenz über den Einsatz von damals: "Ich hatte Todesangst. Es war eine halbe Sekunde, die über mein Leben entschieden hat. Deshalb geht mir das Ganze noch so nahe". Er war nach dem Vorfall mehrere Wochen krankgeschrieben.

Angriffe auf Polizisten in München - in drei Fällen mit Schusswaffe

Sogar in annähernd der Hälfte aller 1.333 im Jahr 2018 (2017: 1.189 Fälle) registrierten Delikte wurden Polizeibeamte von anderen Personen körperlich angegangen. 

Weiter heißt es im Polizeibericht: "In 473 Fällen (35,5 %) des seit 30.05.2017 strafrechtlich novellierten tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte (§114 StGB) sowie insgesamt 76 Körperverletzungsdelikten attackierten Straftäter nicht nur die eingesetzten Polizeibeamten, sondern verhinderten dadurch auch vielfach aktiv eine Hilfeleistung für andere."

In drei Fällen wurden Polizeibeamte demnach sogar mit einer Schusswaffe bedroht. Insgesamt wurden 459 (Vorjahr: 416) Polizeibeamte verletzt. In 505 (440) Fällen (37,9 %) wurden Polizeibeamte auf Grund ihres Berufes - teils massiv - beleidigt, davon in 114 Fällen sogar angespuckt.

Von den ermittelten - fast ausschließlich erwachsenen - 1.209 Tatverdächtigen der Gewalt gegen Polizeibeamte standen zur Tatzeit 58,8 % nachweislich unter Alkoholeinfluss.

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