Statistik Radl-Rambos, Unfälle: So gefährlich leben die Münchner

Es sind Fußgänger (889 Verletzte), Radler (2389 Verletzte) und vor allem Senioren (3199 Verletzte), die bei den Verkehrsunfällen am häufigsten zu Schaden kommen. Foto: az

47 000 Mal hat es im vergangenen Jahr gekracht auf Münchens Straßen, fast 2000 Mal mehr als im Jahr davor. 6506 Menschen sind dabei verletzt worden (plus 74). Und: 16 Münchner starben.

München - Die Blechlawine in München – sie fordert ihre Opfer: 47 000 Mal hat es im vergangenen Jahr gekracht auf Münchens Straßen, fast 2000 Mal mehr als im Jahr davor. 6506 Menschen sind dabei verletzt worden (plus 74). Und: 16 Münchner starben.

Die Münchner Polizei hat die Zahlen in ihrem Verkehrsbericht genau untersucht, und kommt zu dem Schluss: Es sind Fußgänger (889 Verletzte), Radler (2389 Verletzte) und vor allem Senioren (3199 Verletzte), die bei den Verkehrsunfällen am häufigsten zu Schaden kommen.

Fast ein Drittel der Schwerverletzten sind Münchner über 65 Jahren – obwohl sie nur knapp ein Fünftel der Gesamtbevölkerung ausmachen. „Viele ältere Menschen sind in ihrer Reaktionsfähigkeit eingeschränkt“, erklärt Polizei-Sprecherin Constanze Spitzweck, „sie sind bei Stürzen auch eher gefährdet, sich zu verletzen“.

Weniger verletzte Kinder: Immerhin, die Zahl der Schulweg-Unfälle sinkt. 88 Crashs sind passiert, bei denen Münchner Schulkinder beteiligt waren (elf weniger als im Vorjahr), 90 Buben und Mädchen sind dabei verletzt worden, kein Kind ist gestorben. „Das haben wir auch unseren Schulweghelfern zu verdanken“, sagt Kreisverwaltungs-Chef Wilfried Blume-Beyerle.

560 freiwillige Helfer waren in diesem Schuljahr im Einsatz. „Ich würde diese Zahl gern auf 600 erhöhen. Wer Schulweghelfer werden mag, darf sich gern bei uns melden.“ Ziel: ein Drittel weniger Crashs.

Jetzt will die Münchner Polizei mit dem KVR die Unfallzahlen senken. Das Ziel: ein Drittel weniger Verkehrs-Tote und Schwerverletzte bis 2020.

Schon jetzt begehen Spezialisten der Unfallkommission auffällige Unfall-Orte (wie die Kreuzung Schleißheimer-/ Fortner-/ Aschenbrennerstraße oder die Allacher Straße/ Wintrichring). Sie lassen neuralgische Stellen umbauen oder Ampeln aufstellen – das bringt nachweislich Erfolge. Verkehrserziehung (auch für Migranten), Radlstreifen-Markierungen, mehr Radlwege, Blitzampeln und Tempo-30-Zonen sollen ebenfalls helfen.

Ein Arbeitskreis aus Polizei, Verkehrswacht, ADFC, Green City & Co plant eine Kampagne für mehr Rücksicht auf den Straßen. Die Polizei hat außerdem eine Video-Kurzfilmreihe gestartet („Obacht gebn – sicher ans Ziel“), die über Regeln und Risiken informiert.

Wie ein umfassendes Verkehrssicherheitskonzept für München aussehen kann, klärt sich im KVR nach der Sommerpause.

 

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