Starkbier-Auftakt Kabarett garantiert ohne Guttenberg

Bis Donnerstag sind die Krüge noch leer. Dann feiern Christian Springer (l.) und Christian Schottenhamel den Triumphator-Anstich. Foto: Daniel von Loeper

Es ist ganz einfach. „Meine Rolle ist klar: ich komm raus, red’ und geh dann wieder”, sagt Kabarettist Christian „Fonsi” Springer. Damit wäre alles über den Starkbier-Anstich im Löwenbräukeller gesagt. Wenn da nicht der Nockherberg wäre.

 

Zum Derblecken von Paulaner am nächsten Mittwoch strömen Bundesminister und Adabeis nach Giesing, in der Hoffnung, Erwähnung zu finden. Seitdem im vergangenen Jahr Michael Lerchenberg mit seiner Fastenpredigt Außenminister Guido Westerwelle so verärgerte, dass der FDPler ankündigte, auf ewig dem Nockherberg fernzubleiben, hat der Rummel um die Münchner Starkbierfeste neue Höhen erreicht. Und weil Springer Co-Autor eben dieser umstrittenen Rede war, ist er die beste Werbung für den Löwenbräukeller. „München kann gut zwei Starkbieranstiche vertragen”, meint Springer. Schließlich habe er eines auf dem Skandal gelernt. „Nicht nachlassen.”

Schon deshalb darf man am Donnerstag beim Triumphator von „Fonsi” einiges erwarten. Wirt Christian Schottenhamel sieht in seinem Fest mehr Kabarett als politische Satire: „Es wird kein Politiker derbleckt”, sagt er. „Nein, nicht einer, viele”, springt Springer bei. Im Löwenbräukeller werden neben ihm Ottfried Fischer und die Raith-Schwestern auftreten. Die Damischen Ritter halten hier traditionell ihr Turmgespräch aus der Kuppel der Frauenkirche. Restkarten für 16 Euro gibt es an der Abendkasse.

Springer will dem Volk aufs Maul schauen. „Fonsi ist das perfekte Sprachrohr von Volkes Stimme”, sagt der 47-Jährige über seine Figur des Tramschaffners. „Die Menschen fühlen sich von den Politikern allein gelassen, möchten, dass man sie nimmer anlügt.” Genau das sei sein Thema. „Mir geht es nicht um Politiker, sondern um die Stimmung der Münchner in der Stadt.” Die OB-Nachfolge, die Olympischen Spiele, die Trainerfrage beim FC Bayern werden Thema sein. Nur einer kommt nicht vor: Guttenberg. „Über ihn ist im Moment jeder Witz gemacht.”

 

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