Star des FC Bayern arbeitet am Comeback Thiagos Leidenszeit: Kein Ende in Sicht

Thiago Alcantara wechselte im August 2013 vom FC Barcelona zum FC Bayern Foto: imago

Seit fast sechs Monaten fehlt Thiago Alcantara schon dem FC Bayern. Und das langersehnte Comeback lässt weiter auf sich warten. Matthias Sammer ist geknickt: "Die Entwicklung ist sehr bedauerlich."

 

München - Am 29. März endete eine beispiellose Serie. Mit dem 3:3 gegen die TSG 1899 Hoffenheim riss die 19 Spiele dauernde Erfolgsserie des FC Bayern. Aber an jenem 29. März riss auch noch etwas ganz anderes. Nämlich das Innenband im Knie von Thiago Alcantara. Für den Spanier bedeutete jener Tag im Frühling 2014 nicht nur das Ende der Saison, es war für ihn ein Anfang. Der Anfang einer Leidenszeit.

Seit diesem Zeitpunkt hat der Mittelfeldspieler des FC Bayern kein Spiel mehr bestritten. Sechs Monate Pause wegen eines Innenbandrisses? Selbst Hobbyfußballer stehen nach dieser Zeit wieder auf dem Fußballplatz. Nicht aber Thiago.

Dabei sah es zu Beginn nach einem guten Heilungsverlauf aus. Eineinhalb Monate später, am letzten Spieltag, stand er gegen Stuttgart bereits wieder im Kader, er hatte mit der Mannschaft trainiert, eine WM-Teilnahme für Spanien in Brasilien war denkbar, ja geradezu greifbar. Aber dann zwei Tage später: Innenbandanriss im selben Knie. Wieder OP. Aus der Traum von der WM.

Seither warten die Bayern-Verantwortlichen, dass Thiago wieder ins Training einsteigt. Denn der 23 Jahre alte Spanier kommt einfach nicht in die Gänge. Er absolviert immer noch sein Reha-Programm, arbeitet am Comeback. Das erste Saisonspiel verfolgte er von der Tribüne aus, ließ auf sein Innenleben blicken. "Erstes Saisonspiel. Wünschte, ich könnte dabei sein. Aber bald", schrieb er auf Twitter. Bei den Mannschaftstrainings sieht man ihn - wenn überhaupt - nur am Schluss, wenn er nach Ende der Einheit über den Rasen schlendert, mit den Teamkollegen redet, den Ball auf dem Kopf balanciert.

"Die Entwicklung ist sehr bedauerlich", wird Matthias Sammer jüngst im "kicker" zitiert. Dabei hatte der Sportvorstand noch zu Beginn der Saisonvorbereitung beim Testspiel in Duisburg von einer Rückkehr Ende September, Anfang Oktober gesprochen. Dabei aber den Spielbetrieb gemeint. Mittlerweile völlig utopisch. Sammer ruderte daher auch zurück: "Wir können keine genaue Prognose abgeben."

Verantwortlich für Thiagos schleppenden Heilungsprozess sollen Kortisonspritzen im April gewesen sein. Der Spanier hatte sich - angeblich auf Anraten von Trainer Pep Guardiola - zu Behandlungen nach Spanien begeben, wo ihm diese Injektionen verabreicht wurden. Dieser Vorfall soll auch zu Verstimmungen zwischen Bayern-Doc Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Guardiola geführt haben. Sobald es um den Gesundheitszustand seiner Spieler geht, wiegelt Guardiola ab. Er gibt keine Statements von sich, verweist nur noch auf Müller-Wohlfahrt. "Da müssen Sie den Doc fragen", sagt er dann immer.

Aber Sammer, der stellvertretend für den Doc spricht, kann derzeit auch nichts dazu sagen. Außer: "Seriös können wir nicht sagen, wie lange es dauert." Wann Thiago also wieder zurückkehrt, ist unklar. Gewiss ist nur, dass es am 22. November wieder gegen Hoffenheim geht. Vielleicht endet dann ja wieder eine Serie, die acht Monate dauernde Leidenszeit von Thiago Alcantara. Sie ginge allerdings erst sehr spät zu Ende.

 

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