Städtischer Friedhof Regensburg: Körperteile illegal im Krematorium entsorgt

, aktualisiert am 15.02.2017 - 10:21 Uhr
In einem Regensburger Krematorium wurden offenbar jahrelang illegal medizinische Abfälle verbrannt. Foto: dpa

Regensburg steckt noch mitten in der Bestechungs-Affäre um Oberbürgermeister Wolbergs, da droht der nächste große Skandal: Offenbar wurden im städtischen Krematorium illegale Verbrennungen vorgenommen.

 

Regensburg – Der Vorwurf klingt ebenso ungeheuerlich wie bizarr: Wie die Regensburger Staatsanwaltschaft bestätigte, sollen im Krematorium des städtischen Friedhofs auf dem Dreifaltigkeitsberg jahrelang illegal Gewebe- und Blutproben sowie Körperteile verbrannt worden sein.

Offenbar wurden die medizinischen Abfälle, deren Herkunft noch nicht abschließend geklärt ist, bei regulären Einäscherungen mit in die Särge gelegt. Durch die Aussagen zweier Zeugen sind die Ermittlungen ins Rollen gekommen, die Vorfälle reichen offenbar mindestens zwei Jahre zurück. Seit August 2016 ermittelt die Staatsanwaltschaft Regensburg in der Angelegenheit, zuletzt gab es am Dienstag eine Durchsuchung des Krematoriums.

Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, wird wegen Verstößen gegen das Abfallwirtschaftsgesetz und möglicher Störung der Totenruhe in rund 200 Fällen ermittelt. Neben menschlichen Körperteilen sollen Beutel mit Gewebe- und Blutproben mitverbrannt worden sein. Diese fallen bei medizinischen Eingriffen an und hätten als Sondermüll entsorgt werden müssen. Zudem sollen vier Mitarbeiter in zwei Fällen Spenden in unbekannter Höhe für sich selbst verwendet haben.

 

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