Stadtspaziergänger Sigi Müller Aus "Valley Churchn": Die Stimme von Radio 2day

Live aus "Valley Churchn", zu deutsch Thalkirchen: Radio 2day mit Peter Bertelshofer. Foto: Sigi Müller

AZ-Stadtspaziergänger Sigi Müller besucht Radio-2Day-Macher Peter Bertelshofer im Thalkirchner Studio. Der Sender feiert jetzt seinen 30. Geburtstag.

 

Thalkirchen - Alles fing 1984 an, als sich jeder in München für eine Sendefrequenz bewerben konnte – es gab aber eben nur eine zu vergeben. Peter Bertelshofer tat das und 900 andere auch. Zugute kam ihm, dass er einmal Herrn Scholz, den Inhaber vom damals legendären Radio Brenner, in Südtirol besucht und sich ein bisschen übers Radiomachen abgeguckt hatte. So konnte er der Kommission verschiedene Fragen beantworten, den Rest reimte er sich zusammen.

Es war die Goldgräberzeit des Privatradios, und manche erinnern sich sicher noch an die wilden Zeiten: Wenn am Brenner der Sendemast gekappt war, gab es kein Radio, oder die Öffentlich-Rechtlichen funkten drüber. Oft ließen diese ihre Geräte mit der Begründung laufen, dass man Röhrengeräte nicht ständig ein- und ausschalten kann, ohne dass diese Schaden nehmen. So blockierten sie die „Piratensender“. CB-Funker Bertelshofer fiel dann die Hauszeitung eines Münchner Herstellers in die Finger. Dort brüstete man sich mit der neuesten Technik – also keine Röhren mehr. Die Bahn war frei.

Die letzten in der Auswahl Verbliebenen wurden eines Dienstags im September 1985 gefragt, ob sie denn sofort sendefähig wären, was Peter Bertelshofer gleich bejahte. Er bekam den Zuschlag – und Radio 2Day war geboren. Nur: Bertelshofer hatte nicht mal einen Plattenspieler. Er rannte also los, holte sich einen DJ-Doppelplattenspieler.

Ein unwichtiges Detail musste noch gelöst werden, und da half ein Kumpel mit seiner Plattensammlung aus, denn im Hause Bertelshofer gab es auch nur fünf Schallplatten. So startete man zwei Tage später den Sendebetrieb.

Die erste Scheibe war „Rock You Like a Hurricane“ von den Scorpions. Ich selbst bin vor über 20 Jahren als Hörer eingestiegen, als im Auto bei der Sendersuche plötzlich AC/DC mit „Highway to Hell“ aus den Boxen dröhnte. Wow, wer macht denn so etwas? Radio 2Day natürlich.

Nun lernte ich den Menschen zur Stimme kennen – und das Studio. Der „Sozialraum“, mit den alten Küchenmöbeln steht noch so da wie 1985. Alles ist eng und gemütlich. Hören Sie doch mal rein, wenn die Stimmen aus Thalkirchen, „Valley Churchn“, wie Bertelshofer immer sagt, auf 89.0 senden.

In diesem Sinne eine schöne Woche, Ihr Sigi Müller

 

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