Stadt-Statistik Wo Nürnberg & Fürth am beliebtesten sind

Blick über Teile Fürths und Nürnbergs von der Alten Veste in Zirndorf. Foto: Keichwa

NÜRNBERG/FÜRTH Mittelfrankens Städte sind besonders attraktiv. Sowohl Nürnberg als auch Fürth wachsen, die Zahl der Zuzüge ist weit größer als die der Abwanderungen.
„Das bedeutet gleichzeitig eine Verjüngung der Städte, denn oft ist der Anlass des Zuzugs der Beginn einer Ausbildung”, erklärt Wolf Schäfer, als Leiter des Amtes für Statistik oberster Zahlenjongleur der Stadt.

 


Im Dezember letzten Jahres wurden in Nürnberg 505.518 Einwohner (Hauptwohnsitz) gezählt, gegenüber 503.673 vor einem Jahr. In Fürth leben jetzt 114.684 Menschen (Vorjahr 114.044). Zu dieser Entwicklung passt eine zweite erfreuliche Nachricht – in beiden Städten sind die Geburtenzahlen gestiegen, ein Zeichen von Zuversicht und Zukunftsglaube. Zwar sterben noch immer mehr Menschen, als Babys auf die Welt kommen, doch dieser Rückgang fiel 2010 kleiner aus als zuvor und wurde durch die vielen Zuzüge mehr als wettgemacht.


Die Statistiker wissen ganz exakt, welche Stadtteile besonders beliebt sind (siehe Karte): Es wird niemanden verwundern, dass Röthenbach und St. Leonhard, wo große Neubaugebiete entstanden sind, zu den Boomgegenden zählen – ebenso wie Unterfarrnbach in Fürth. Die Randgebiete, Oberfürberg, Gebersdorf, Buch, Großgründlach verlieren dagegen an Einwohnern. Aber warum hat der altehrwürdige Fürther Ronhof, zentrumsnah und lauschig, die längste blaue Säule auf der Statistikkarte, was „Rekordabwanderung” bedeutet? Am Anwohner-störenden Zuschauerzuspruch in der Trolli-Arena im Laubenweg kann es nicht liegen. Niemand weiß die Antwort so recht, doch der Statistikfuchs Schäfer mutmaßt durchaus nachvollziehbar: „In altgewachsenen Wohnvierteln treten solche Phänomene auf, wenn die Kinder zur Ausbildung zuhauf wegziehen und die Eltern allein zurückbleiben.”
Die Fürther Innenstadt jedenfalls, die Südstadt, die Nürnberger Altstadt, der Westen mit Schniegling, Wetzendorf und dann Johannis sind sehr beliebte Zuzugsgebiete.


Gleichzeitig geht die „Landflucht” zurück, „die Umlandabwanderung ist zum Stillstand gekommen”, wie Schäfer registriert hat, obwohl es immer noch die Neigung gibt, mit der Familiengründung die Stadt wieder zu verlassen.
Seit Jahren setzt sich jetzt der Trend der wachsenden Einwohnerzahl in Frankens Städten fort, alle Prognosen rechnen weiter mit steigenden Einwohnerzahlen. Umso mehr als auch die Arbeitslosenzahlen sinken, neue Arbeitsfelder eröffnet werden. Während Oberbayern ebenso wie Mittelfranken insgesamt Zuwachsländer sind, nehmen ländliche Gegenden, in Franken etwa der Westen, um Ansbach herum oder Oberfranken, ab.
Eine europaweite Umfrage, die auch in Nürnberg/Fürth Daten erhob, liefert Hintergrundinfos zum Bevölkerungswachstum: Demnach sind die Menschen in unseren Städten „mit der Lebensqualität hier zufrieden.” Das spricht sich rum!

Peter Budig

 

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