Stadt kaum mehr erschwinglich Neue Irrsinns-Zahlen zu Münchner Immobilien-Preisen

Selbst mit hohem Einkommen ist München wenig erschwinglich. Foto: Tobias Hase/dpa

Die Erschwinglichkeit von Wohnraum hat in den letzten Jahren fast überall in Deutschland zugenommen. Auch, weil die Gehälter steigen. Nur in München und dem Umland steigen die Mieten schneller als die Löhne.

 

München - Münchner Mieten sind hoch, das ist inzwischen mehr als oft geschrieben worden. Viele Menschen aber können sich diese hohen Quadratmeterpreise leisten, weil sie in der Stadt Jobs haben, die angemessen vergütet werden. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt nun, dass in München die Erschwinglichkeit von Wohnraum trotzdem zurückgegangen ist.

Ausgangspunkt der Überlegungen der Studie ist, dass in den letzten Jahren nicht nur die Mieten gestiegen sind, sondern auch die Entlohung der Arbeitnehmer. Es treffen also "höhere Wohnkosten vielfach auch auf höhere Löhne". Die Forscher untersuchten nun konkret, wieviel Wohnraum sich ein durchschnittlicher Arbeitnehmer - in Abhängigkeit des Wirtschaftszweiges und des Qualifikationsniveaus - in jedem der 401 Kreise in Deutschland durchschnittlich leisten kann. Die Ergebnisse und Zahlen für München sind wenig schmeichelhaft.

München und das Umland gehören zu den am wenigsten erschwinglichen Märkten

Bei einem Ausgabenanteil von 26 Prozent des Nettolohns für Wohnraum (das entspricht mit den in der Studie verwendenten Daten dem Median) ist für Arbeitnehmer in München im Durchschnitt eine Mietwohnung von 41,1 Quadratmetern bezahlbar. Es folgen die umliegenden Kreise Ebersberg, Dachau, Fürstenfeldbruck und Starnberg.

"Generell gehören die Kreise im weiten Umfeld um München zu den am wenigsten erschwinglichen Märkten in ganz Deutschland. Im Bundesdurchschnitt kann sich ein sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter eine Wohnung mit einer Größe von 75,9 Quadratmeter leisten, in München dagegen nur 41,1 Quadratmeter und auch in den Landkreisen Ebersberg und Dachau nur wenig mehr als 43 Quadratmeter. Am anderen Ende des Spektrums stehen dagegen die Kreise Salzgitter, Pirmasens und Holzminden mit Quadratmetergrößen von mehr als 100 Quadratmeter", so die Studie.

Erschwinglichkeit von Wohnraum hat im Durchschnitt zugenommen

Die Ergebnisse für München sind auch deswegen besonders, weil in der Studie herauskommt, dass "die Erschwinglichkeit des Mietens durchschnittlich zugenommen hat. In rund zwei Dritteln der Kreise mit insgesamt 55 Millionen Einwohnern sind die Nettolöhne zwischen 2013 und 2017 stärker gestiegen als die Mieten. In der Spitze können sich Arbeitnehmer in einigen Kreisen Thüringens heute bei gleicher relativer Wohnkostenbelastung 10 Prozent mehr Wohnraum leisten." Und sogar in manchen Metropolregionen überkompensiert die Lohnentwicklung die Mietpreisentwicklung, etwa in Köln und Düsseldorf.

Bezahlbarer Wohnraum ist in der Boom-Region München also erwiesenermaßen tatsächlich ein großes Problem. Die ersten Umlandgemeinden haben bereits reagiert und die Zuzugs-Bremse gezogen. Und auch die Stadt baut Wohnungen, wo immer sie kann. Doch solange die Nachfrage das Angebot übersteigt, dürfte sich an den hohen Münchner Mietpreisen wenig ändern. Von Preisen wie in Wien kann der Münchner also erstmal weiter träumen.

 

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