Stachus und Kaufinger ganz vorn Passantenfrequenzzählung: Sorry, liebe Sendlinger Straße

Am stärksten frequentiert sind Stachus und Kaufinger Straße – selbst an Schmuddeltagen. Da verlieren auch eher die Kleinen. Foto: Mike Schmalz

.  .  .  aber du bist keine 1a-Geschäftslage. Zumindest zeigt das die Passantenzählung.

München – Die Spitzenreiter sind nicht überraschend: Der Stachus und die Kaufingerstraße sind die beiden Straßenzüge in der Münchner Altstadt, in denen die meisten Passanten herumlaufen, hat das Marktforschungsinstitut des Immobilienverbands Deutschland (IVD) herausgefunden.

Durchschnittlich 7014 Menschen pro Stunde zählte die vierte IVD-Analyse am Karlsplatz, 6184 Passanten waren es in der Kaufingerstraße – mit Messpunkt auf Höhe des Bekleidungsladens Benetton. Im Vergleich dazu waren an den weiteren elf Messpunkten viel weniger Menschen unterwegs – vor allem die Sendlinger Straße wird in der Passantenfrequenzmessung etwas entzaubert: An den beiden Messpunkten Sendlinger Straße 41 auf Höhe der Tchibo-Filiale und Sendlinger Straße Ecke Hackenstraße am Hackerhaus waren durchschnittlich nicht einmal 2500 Menschen pro Stunde unterwegs – 2486 beziehungsweise 2332.

Messung von Fußballfans blockiert

Im vergangenen Jahr war der Wert für das Ende der Fußgängerzone zwar noch niedriger (1753), da hatten laut IVD aber am zweiten Messtag Fußballfans den gesamten Marienplatz blockiert und die Messung beeinflusst.

Dennoch: „Die Sendlinger Straße ist einfach keine 1a-Geschäftskernlage und noch weit entfernt davon“, sagt Stephan Kippes, Leiter des Marktforschungsinstituts, „wenn nur knapp ein Drittel so viele Menschen unterwegs sind wie in der Straße mit der höchsten Frequenz.“

Die Ausweitung der Fußgängerzone zum 1. Juli werde zwar „eine gewisse Aufwertung“ bringen, sagt Kippes. „Das bedeutet aber auch steigende Mieten. Der Ladenbesatz wird sich ändern, es wird mehr Filialen geben statt der kleineren Geschäfte, die man haben will.“

Die höchsten Frequenz-Quotienten weisen nach wie vor die Straßen auf, die durch viele Einzelhandelsläden und große Flagship-Stores geprägt sind. „Sie stellen den Anziehungsmagneten für Touristen und Kaufkunden dar“, sagt Kippes. Neben Stachus und Kaufingerstraße sind das die vom Marienplatz ausgehenden Rosenstraße (durchschnittlich 3887 Passanten pro Stunde), das obere Ende vom Tal (3840) sowie die Wein- und Dienerstraße (3415 und 3012).

In der Rosenstraße ist der Wert seit 2013 rückläufig, ebenso in der Weinstraße, wo sich allerdings zur Zeit der Messung eine Baustelle befand. Für die beiden anderen Messpunkte sind die Werte stabil.

Externe Faktoren sind immer eine Unwägbarkeit

Die Leopoldstraße, das untere Ende vom Tal in Richtung Isartor, die Maximilianstraße und die Residenzstraße weisen alle Frequenz-Werte von unter 2000 auf; den Wert für die Leopoldstraße (1974) wertet was IVD allerdings als Zeichen, „welchen Stellenwert diese Straße mit ihrer ausgiebigen Gastronomiemeile, trendigen Shops und Geschäften bei Passanten einnimmt“. Die Residenzstraße hat im Vergleich zu 2015 deutlich verloren: von 2952 auf 1179.

Die absoluten Zahlen aus den Zählungen an zwei Wochentagen im April sind im Vergleich zu den Vorjahren laut Kippes aber nicht zu aussagekräftig – externe Faktoren wie das Wetter seien immer eine Unwägbarkeit. Am zweiten Erhebungstag dieses Jahres etwa gab’s Schneeregen, „da waren dann vor allem die schwächeren Lagen noch schlechter dran, weil man sich dann noch einmal überlegt, wie weit man geht“.

 

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