"Spurlos verschwunden" auf DMAX "Tatort"-Star Miroslav Nemec geht ungelösten Mysterien auf den Grund

Miroslav Nemec betritt mit "Spurlos verschwunden" neues Terrain Foto: Gert Krautbauer für DMAX

Der beliebte Münchner "Tatort"-Kommissar Miroslav Nemec geht neue Wege. Auf dem Sender DMAX präsentiert er ab sofort immer freitags in der Show "Spurlos verschwunden" ungelöste Mysterien der Menschheit. Im Interview spricht er über seine neue Aufgabe.

Neuer Job für Miroslav Nemec (64): Der "Tatort"-Star geht rätselhaften Ereignissen der Weltgeschichte nach - in der neuen DMAX-Serie "Spurlos verschwunden - Ungelöste Mysterien mit Miroslav Nemec" (ab 30. November, immer freitags um 22:15 Uhr). Vom Verschwinden des Flugzeuges MH370 bis zum Ausbruch dreier Gefangener aus dem Alcatraz-Gefängnis, die Serie enthüllt neue Erkenntnisse über die spektakulärsten Mysterien unserer Zeit. Mit der Nachrichtenagentur spot on news sprach Nemec ausführlich über diese Phänomene und seinen ganz persönlichen, unerklärbaren Ereignissen.

In der neuen Show "Spurlos verschwunden" präsentieren Sie rätselhafte Ereignisse der Weltgeschichte. Was macht für Sie die Faszination an solchen Storys aus?

Miroslav Nemec: Ich war schon als Kind von solchen Sachen fasziniert und bin hauptsächlich daran interessiert, sie aufzuklären. Der Mensch mag das Mystische, es regt die Fantasie an. Mir ist es daran gelegen, Dinge zu klären, damit ich weiß, was da passiert ist - zum Beispiel am Djatlow-Pass, ein Ereignis, das mich sehr beeindruckt hat.

Warum gerade der Vorfall am Djatlow-Pass?

Nemec: Das Bermuda-Dreieck, Atlantis und Eldorado - das sind alte Mythen und Geschichten. Mich hat der Vorfall am Djatlow-Pass mehr interessiert. Das war 1959, acht Ski-Wanderer sind auf einen Berg gestiegen und wurden zerfetzt gefunden. Man hat viel gerätselt, was wirklich passiert ist. Da es zur Zeit des Kalten Krieges passiert ist, könnte man sich Atomwaffentests vorstellen oder auch Infraschallkanonen, die eine Verwirrtheit auslösen und innere Organe zerstören können.

Das hat mich beschäftigt, weil es ein reales Rätsel ist. Ich glaube nicht daran, dass Ufos und Außerirdische gekommen sind. Es gibt ja immer sehr interessante Spekulationen, die ich schon von Erich von Däniken kenne, der die Theorie hatte, dass Außerirdische Bauwerke in Ägypten erschaffen haben. Das habe ich nie geglaubt. Ich denke, dass man das meiste mit belegbaren Gründen erklären kann und das denke ich im Fall des Djatlow-Passes eben auch - deshalb und weil das erst 50 Jahre zurückliegt, hat mich die Geschichte besonders angezogen.

Sie glauben also weniger an das Übersinnliche als dass es für alle diese Rätsel eine einfache irdische Erklärung gibt?

Nemec: In den Fällen, die wir bei "Spurlos verschwunden" behandelt haben, gibt es sehr viele Erklärungen, die zusammenkommen. Beim Bermudadreieck zum Beispiel die Magnetfelder oder Schwefel, der aufsteigt. Atlantis hingegen ist ein Traum. Der Mensch hatte schon immer solche Fantasien. Die meisten Wissenschaftler sind der Meinung, dass Atlantis eine Erfindung ist - und ich auch. Beim Malaysia-Airlines-Flug 370 kann menschliches Versagen eine Erklärung sein. Leider kommt es ja vor, dass jemand durchdreht und alle anderen in den Tod fliegt - auch wenn es unvorstellbar erscheint. Die Explosion in Tunguska in Sibirien könnte man durch einen Meteorit, aber auch eine Eruption aus dem Erdinneren erklären.

Bei all diesen Dingen gibt es aber auch Menschen, die uns erzählen, dass etwas Übernatürliches passiert ist oder es Außerirdische gibt. Aber das heißt ja nur, dass wir nicht wissen, was im Kosmos passiert. Wenn man an Zeitlöcher und schwarze Löcher denkt, dann wissen wir, dass wir nichts wissen. Wir haben eine begrenzte Vorstellung. Ich beschreibe das immer so: Stellen Sie sich vor, es gibt ein Wesen, das sich nur ein Blatt Papier vorstellen kann, nur Länge und Breite.

Wenn jemand nur diese zwei Dimensionen hat, wie soll er sich den Raum vorstellen? Das kann er nicht. Nun haben wir zwar eine dritte Dimension, aber vielleicht gibt es noch eine vierte, fünfte, sechste, die wir uns nicht vorstellen können. Dadurch sind wir begrenzt - so habe ich das immer empfunden, schon als Kind. Und deshalb fasziniert mich das alles. Dieses einerseits Mystische, andererseits wissenschaftlich Erklärbare, aber nie ganz zu Ende Erklärte und dazu noch Sehnsüchte, die in diese Themen hineindrängen, gerade bei Eldorado oder Atlantis.

Ist Ihnen privat auch schon einmal etwas widerfahren, für das Sie bis heute keine Erklärung auf Lager haben?

Nemec: Es gibt ja auch Dinge, die man nicht erklären muss. Ich habe eine Geschichte: Ich war mit meiner Kollegin Rita Russek liiert und bin nach Sri Lanka geflogen. Drei Tage später lag ich an irgendeinem Strand. Damals gab es noch kein Handy und kein Skype. Ich kam ins Gespräch mit einer blonden Dame, die mir gefiel. Und die blonde Dame sagte "Ach, dann bist du vielleicht der Miro. Ich soll dich von Rita Russek grüßen". Ich dachte schon, ich werde verfolgt.

Aber Rita Russek hatte diese Dame zwei Tage vorher beim Frühstück kennengelernt, als ich schon weg war, und ihr erzählt, dass ich in Sri Lanka bin. Und dann bin ich an irgendeinem Strand und genau diese Dame liegt neben mir. Was ist das? Natürlich Zufall, aber schon ein sehr starker Zufall. (lacht) Es gibt schon erstaunliche Phänomene.

Sie sind dreifacher Vater, Ihre jüngste Tochter ist erst sechs Jahre alt. Wie reagieren Sie auf Ihre Kinder, wenn Sie einmal keine Antwort auf eine Frage haben?

Nemec: Ich versuche einfach, alles aus mir heraus zu erklären und zu beschreiben inklusive Nichtwissen und Zweifel - natürlich dem Alter angemessen.

Bislang sind Sie vor allem als Schauspieler in Erscheinung getreten. Ist die Moderation für Sie gelungene Abwechslung oder möglicherweise auch zukünftig ein Model für Sie?

Nemec: Ich fand das super, es hat mir gut gefallen. Wir hatten ein großartiges Team und es war eine inspirierende Arbeit. Ich habe etwas gelernt, denn ich habe mich mit Dingen beschäftigt, mit denen ich das sonst nicht so ausführlich tun würde - weil ich natürlich auch Hintergrundinformationen haben möchte. Die Arbeit war sehr angenehm und jetzt bin ich gespannt, wie das Ergebnis geworden ist.

 

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