Sport Trainer Hecking hart: Kapitän Wolf droht die Ersatzbank!

Der Kapitän als Bankdrücker wie hier beim Spiel gegen den FC Bayern neben Busfahrer Udo Rauh? Darauf hat Andreas Wolf keine Lust. Foto: jüra/zink

Stammplatz wackelt, aber Andy gibt sich kämpferisch: „Lasse mir keinen Druck machen“

 

BELEK In Hoffenheim sitzt mit Innenverteidiger Per Nilsson der Kapitän nur auf der Bank. Beim Club, der den Schweden im Winter gerne verpflichtet hätte, aber am Veto von TSG-Trainer Ralf Rangnick abprallte, trägt Andreas Wolf die Binde. Und der hat null Bock auf ein Reservisten-Dasein. „Hoffenheim? Nilsson? Das ist nicht mein Problem! Ich schaue nur nach vorne, will möglichst schnell meine beste Form wieder finden“, sagt der 27-Jährige. Und: „Man sollte nicht vergessen, dass ich letzte Saison zweimal sehr lange verletzt war.“

Wolf: "Ich lasse mir keinen Druck machen"

Rückblick: Ein Kreuzbandriss am ersten Zweitliga-Spieltag und ein Meniskusriss Anfang April 2009 nach seinem (zu frühen?) Comeback setzten Wolf außer Gefecht. Nach diesem Doppelschlag kam Andy nicht mehr so richtig auf die Beine.

Angesprochen auf die Aussage von Trainer Dieter Hecking, es gäbe bis auf Torhüter Raphael Schäfer und Linksverteidiger Javier Pinola „für niemanden einen Freifahrtschein“, entgegnet Wolf kämpferisch: „Ich werde mir selbst keinen Druck machen. Ich werde mir auch keinen machen lassen.“ Schon gar nicht vom neuen Nebenbuhler, Bayern-Leihgabe Breno. Oder dem von Hecking in die Innenverteidigung zurückbeorderten Havard Nordtveit. Der Norweger: „Das mit dem defensiven Mittelfeld war eine wichtige Erfahrung. Ganz hinten fühle ich mich aber wohler.“

„Konkurrenz belebt das Geschäft. Jeder muss Gas geben“, sagt Wolf nur. Gegen Duisburg, durfte er noch nicht ran: Er musste das letzte Spiel seiner Sperre absitzen. Die Spätfolge „meiner wirklich dummen Aktion“ im Freundschaftskick gegen Bohemians Prag, als er einen vorlauten Gegner per Kopfstoß niedergestreckt hatte.

Hecking: "Andy weiß, dass er zulegen muss"

Andreas gibt zu: „Auch ich war in der Vorrunde nicht bei 100 Prozent.“ Dies will er nun in den 17 Anti-Abstiegsetappen korrigieren. Erster Beweistermin: Der heutige Vergleich mit Tabellen-Nachbar Köln, zum Vorrunden-Abschluss lockerer 3:0-Sieger und damit Türöffner für Hecking beim Club.

„Wir arbeiten alle sehr gut zusammen“, sagt Wolf über den neuen Übungsleiter. Und will sich von nichts ablenken lassen: „Ich denke nur an den Verein und mich.“ Schließlich wollen beide erstklassig bleiben. Schlusswort Hecking: „Ich brauche Andy für meine Achse. Aber er weiß, dass er dafür zulegen muss.“

Markus Löser

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