Sport Tavares: „Bin fit im Kopf“

„Ich bin nicht nur für vier Monate hier. Ich möchte länger bleiben“: Mickael Tavares sieht in Nürnberg für sich „eine Perspektive“. Foto: bayernpress

FCN-Trainer Hecking setzt auf die Zweikampf - und Kopfballstärke des neuen Club-„Sechsers“. Der Franzose will gern länger bleiben – bei Nichtabstieg

 

NÜRNBERG Es klingt paradox: Um den leckgeschlagenen Club-Dampfer wieder auf Kurs zu bringen, musste Dieter Hecking seine eigenen Prinzipien über Bord werfen. „Transfers im Winter sind leider immer keine gute Sache. Weil man sich eingestehen muss, die Situation im Sommer falsch eingeschätzt zu haben“, steht der als Anti-Abstiegs-Stratege geforderte Trainer Nachkäufen grundsätzlich skeptisch gegenüber.

Hecking: "Ich wollte Mickael schon nach Hannover holen"

Der FCN-Defensiv-Verbund zeigte sich allerdings in der Hinserie unter Vorgänger Michael Oenning derart löchrig, dass sich der neue Trainer gezwungen sah, nachzubessern. Mit Breno und Andi Ottl vom FC Bayern hat er bereits zwei Stabilisatoren erfolgreich eingebaut. Seit gestern ist mit HSV-Leihgabe Mickael Tavares nun auch der zweite Sechser endlich an Deck.

„Nach dem Abgang von Peer Kluge war es notwendig, einen Spieler zu holen, der sich in Bezug auf Zweikampf- und Kopfballstärke von den anderen absetzt“, so Hecking. Von den zu Leichtmatrosen degradierten Thomas Broich, Joe Mnari oder Juri Judt, die ebenfalls für die Position in Frage kämen, laut ihrem Trainer aber zu ähnlich sind – und eben nicht die Qualitäten des Franzosen besitzen. Wobei Tavares, dank seines senegalischen Vaters Tony, vormals selbst Auswahlspieler, bereits zwei Länderspiele für die Westafrikaner absolvieren durfte. „Mickael ist ballsicher und kopfballstark“, weiß Hecking. „Ich kenne ihn noch aus seiner Zeit bei Slavia Prag, wollte ihn damals nach Hannover holen. Aber damals machte der HSV das Rennen.“

Taveres: "In Nürnberg habe ich eine Perspektive"

Bei den Hanseaten war für Tavares zuletzt Flaute angesagt. Nur drei Ligaeinsätze mit insgesamt 30 Bundesliga-Minuten hat er in dieser Saison vorzuweisen. Null Problem für Hecking: „Er hat unter Ex-HSV-Trainer Martin Jol 13 Partien in einer Halbserie gemacht. Ein Indiz, dass er ein gestandener Spieler ist.“

An den Club ist Tavares bis Saisonende ausgeliehen. Aber der 27-jährige Franzose mit der shampoo-freundlichen Frisur, einem blankrasierten Haupt, kann sich ein längeres Engagement in der Noris gut vorstellen: „Ich bin nicht nur für vier Monate hier. Ich möchte länger bleiben. Hier habe ich eine Perspektive.“ Voraussetzung dafür ist der Klassenverbleib. Dann könnte der Club Heckings „1A-Lösung“ für eine festgeschriebene Ablöse anheuern.

Im Prinzip hat Tavares seine Zukunft selbst in der Hand oder besser: am Fuß. Er soll schon Samstag beim Abstiegskrimi in Hannover durchstarten. „Ich kann mir gut vorstellen, dass er spielt“, ist Hecking optimistisch. Ebenso sein neuer Hoffnungsträger: „Ich habe nicht viel gespielt, bin aber fit, auch im Kopf. Denn Selbstvertrauen ist das Wichtigste.“ kk, MaC

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