Sport Okotie: Drei Millionen für drei Jahre

Der Club-Hoffnungsträger in Sachen Tore für die neue Saison: Rubin Okotie kommt ablösefrei von Austria Wien. Foto: Imago

Rubin kommt ablösefrei von Austria Wien zum Club. Knieverletzung stoppte das Talent in den letzten Monaten. Bader: „Kein Risiko“

 

NÜRNBERG Ilkay Gündogan, Dennis Diekmeier, Mike Frantz: Perlen hat der Club einige im Kader. Seit gestern ist ein echtes Juwel dazugekommen. Wie die AZ bereits am 11. Mai berichtete, wechselt Rubin Rafael Okotie vom österreichischen Vize-Meister Austria Wien ablösefrei an den Valznerweiher.

"Es war die richtige Entscheidung, den nächsten Schritt zu machen."

Am Freitagabend unterschrieb der 22-Jährige einen Vertrag bis 2013, verabschiedete sich danach zufrieden nach Ibiza: „Für mich war es immer interessant, dass der FCN mit vielen jungen Spielern erfolgreich Fußball gespielt hat. Ich glaube daher, dass es die richtige Entscheidung ist, den nächsten Schritt zu machen.“

Wirtschaftlich besteht bei der Verpflichtung des Ösi-Bombers, der sich nach seinem Urlaub in Wien noch mit einem Personal-Trainer in Form bringen will, laut Martin Bader kein Risiko. „Rubin erhält einen sehr leistungsbezogenen Vertrag“, bestätigt der Club-Sportdirektor. Eine Million Euro soll Okotie im besten Fall pro Jahr verdienen, berichtet „oe24“. Eine Summe, die Austria nicht zahlen konnte. „Es hat uns alle auf den Scheißer gehaut“, raunzte Austria-Trainer Karl Daxbacher, nachdem Okotie seine Gehaltswünsche präsentierte.

"Rubin hat seine Verletzung vollständig auskuriert"

Sportlich besteht zumindest ein kleines Fragezeichen: Nach seinem Knorpelschaden im Knie, den das Ausnahmetalent sich in der Europa League-Qualifikation gegen Metalurg Donezk zugezogen hatte, musste der in Pakistan geborene Sohn eines Nigerianers und einer Österreicherin fast neun Monate pausieren. Dennoch glaubt Bader, dass „Rubin seine Verletzung vollständig auskuriert hat“.

Andererseits hätte sich der Club die Verpflichtung des viermaligen Nationalspielers ohne dessen Kniefall eh abschminken können. Nach der U20-WM 2007, wo er zusammen mit Real Madrids Sergio Agüero ins Top-Team gewählt wurde, „hatten ihn fast alle Vereine auf dem Zettel“, weiß Bader. Beispielsweise wollte ihn Club-Trainer Dieter Hecking damals schon nach Hannover holen. Erst recht, als Okotie in der folgenden Ösi-Saison 14 Tore in 34 Ligaspielen vorweisen konnte. Erst letzten Sommer, als der Höhenflug nach vier Toren in vier Partien mit der Verletzung abrupt endete, wurde es ruhiger um Austrias Shootingstar. Und der Club intensivierte den Kontakt.

"Bei uns sieht er bessere Chancen, zu spielen"

Im Herbst war der ebenso ehrgeizige wie extrovertierte Youngster zur Behandlung bei FCN-Teamarzt Matthias Brem in der Uni-Klinik Erlangen. „Wir waren es auch, die ihm Dr. Ulrich Bönisch empfohlen haben“, verweist Bader auf den langen Vorlauf des Transfers. Die Operation beim Augsburger Kniespezialisten war dann so erfolgreich verlaufen, dass Brem nach dem finalen Medizin-Check letzten Woche Grünes Licht geben konnte.

Eine Rundum-Betreuung, die neben dem sportlichen Aspekt (Bader: „Bei uns sieht er eben bessere Chancen, zu spielen“) am Ende vielleicht den Ausschlag pro Club gegeben hat. Denn laut Bader wollten auch Schalke und Leverkusen das Juwel Rubin verpflichten. Krischan Kaufmann

Mehr über den Club und wie es bei Heckings Wunschkandidaten Per Nilsson und Andreas Ottl aussieht, lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Montag, 31. Mai.

 

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