Sport Keeper Schäfer verspricht: Für immer FCN!

Meisterschaftstraum abgehakt, aber "der Abstiegskampf hat acuh seinen Reiz": Raphael Schäfer. Foto: Wolfgang Zink

Der Club-Torwart beteuert: „Ich sehe keinen Grund mehr, nochmals zu wechseln. Ich werde meine Karriere definitiv in Nürnberg beenden.“ Andy Wolf bleibt Kapitän.

 

KAPRUN Tja, mit nun auch schon 31 Jahren auf dem Buckel wird das wohl nichts mehr werden. „Natürlich würde auch ich gerne mal Deutscher Meister werden“, sagt FCN-Torhüter Raphael Schäfer. Bei seinem im Nachhinein völlig schief gelaufenen Zwischenstopp beim VfB Stuttgart in der Saison 2007/08 hätte Schäfer dafür bessere Chancen gehabt. Nun aber beteuert Schäfer: „Ich sehe keinen Grund mehr, nochmals zu wechseln. Ich werde meine Karriere definitiv beim Club beenden.“

"Abstiegskampf hat auch seinen Reiz"

Damit ist der Traum, die Meisterschale in Richtung Nordkurve zu recken, höchstwahrscheinlich geplatzt. Nicht weiter tragisch für die ehrgeizige Nummer Eins mit vorerst noch Vertrag in Nürnberg bis 2012. Denn Schäfer ist Realist. „Wir müssen uns nicht ansatzweise einbilden, wir könnten oben angreifen. Der Abstiegskampf hat aber auch seinen Reiz.“

Wäre er noch ein 19-jähriger Jungspund, einer dieser jungen Wilden wie Felicio Brown Forbes oder Christoph Sauter (siehe unten) beim Club, dürfte man auch von ihm nicht so viel Realitätssinn erwarten.

"Man muss sich einschätzen können"

„In dem Alter sind mir auch Sachen rausgerutscht, die ich hinterher besser anders gesagt hätte“, verteidigt Schäfer den so genannten, mittlerweile auf totales Schweigen verschärften Welpenschutz für die U 21-Fraktion im FCN-Kader. Zusatz: „Man muss sich einschätzen können. Und da ist es schon besser, sich zunächst erst einmal auf dem Platz zu beweisen.“

Wobei es Trainer Dieter Hecking „freut, wenn ein Talent ehrgeizige Ziele formuliert. Klappt’s, dürfen wir uns freuen, einen guten Spieler geholt zu haben“. Wenn nicht, „dann gehört das auch zum Lernprozess“.

"Eine Mannschaft ist ein Wirtschaftsunternehmen"

Den hat Schäfer, vor neun Jahren für umgerechnet 380.000 Euro aus Lübeck geholt, längst durchlaufen, sich beim 1. FCN zum unverzichtbaren Führungsspieler hochgearbeitet. „Kurzfristig, wie jetzt bei der WM ohne Michael Ballack, geht’s auch ohne Leader, aber nicht auf Dauer“, weiß Raphael: „Eine Mannschaft ist nichts anderes als ein Wirtschaftsunternehmen.“

Beim Club ist Hecking der Chef – mit einigen leitenden Angestellten in Sachen Meinungsaustausch wie eben Schäfer, Andy Wolf, Marek Mintal und Javier Pinola. Dazu kommen einige erfahrene und verlässliche Kräfte sowie einigen Profi-Azubis.

Schäfer: Rechte Schulter zwickt

Heute, bei der Generalprobe in Mondsee bei Salzburg gegen Zweitligist MSV Duisburg (Spielbeginn 18.30 Uhr), dem letzten Test vor dem Pokalkick bei Regionalligist Eintracht Trier am 15. August, wird „Lautsprecher“ Schäfer allerdings fehlen. Die rechte Schulter zwickt.

Beim Bundesligastart am 21. August wird „Raffa“ aber wieder im Kasten stehen. Um dort zu bleiben – bis zum Ende seiner Karriere.

Kontinuität ist auch beim Kapitäns-Amt angesagt. Punkt 20.43 Uhr am Donnerstagabend stand fest: Die Binde trägt weiter Andy Wolf. Die Kollegen hatten sich bei der Wahl ihres Spielführers erneut für das 28-jährige Club-Urgestein ausgesprochen. Wolf geht damit in seine dritte Saison als FCN-Capitano. Den Mannschaftsrat bilden neben Wolf Keeper Schäfer, Javier Pinola (27),Marek Mintal (32), Timmy Simons (33) und Per Nilsson (27). Der Wunsch von Trainer Hecking, "ich würde zumindest einen Jungen in das Gremium wählen", ist somit nicht in Erfüllung gegangen. Markus Löser

Mehr über den Club, beispielsweise über Sauters Heißhunger auf einen Stammplatz, lesen Sie in der Printausgabe Ihrer Abendzeitung

 

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