Sport „Ich klebe an keiner Position“

„Jüngere müssen ran“: Club-Boss Franz Schäfer. Foto: Berny Meyer

Noch-Präsident Franz Schäfer doch nicht in den Aufsichtsrat? „Eine schwere Entscheidung“

 

NÜRNBERG Der Plan war eigentlich klar: Nach dem Ende seiner offiziellen Amtszeit am 6. Oktober wechselt Noch-Präsident Franz Schäfer in den dann um drei Personen aufgestockten neunköpfigen Aufsichtsrat. Dieser Schritt wäre nur logisch, da Schäfer in dem dann „wichtigsten Gremium des Vereins“ den von ihm angestoßenen Strukturwandel selbst mitbegleiten könnte. In der AZ hatte der Verleger deshalb am 5. August verkündet: „Wenn ich gewählt werden würde, wäre es sicher gut, dass ich mich einbringen könnte. Beim anstehenden Bau unseres Nachwuchs-Leistungszentrums, der ja hauptsächlich von Ralf Woy und mir angeschoben wurde, könnte es sicher sinnvoll sein, wenn ich dabei wäre.“ Was im Klartext nichts anderes bedeutet als: Ich will weitermachen!

"Man muss diese Entscheidung respektieren"

Irgendetwas muss aber nun in den letzten drei Wochen passiert sein. Denn via „FrankenTV“ vollzog Schäfer jetzt die komplette Rolle rückwärts: „Ich war immer ein Verfechter des Arguments, dass Jüngere ran müssen, sei es in der Wirtschaft oder in den Vereinen. Da muss man jetzt nicht selber das negative Beispiel sein, wo man bis ins hohe Alter an einer Position klebt. Und ich klebe an keiner Position.“

In der Club-Chefetage wird Schäfers Entscheidung viele Verantwortliche nun ziemlich kalt erwischt haben. Manager Martin Bader war zumindest überrascht, als ihn die AZ damit konfrontierte. „Ich hätte mich gefreut, wenn er weitermacht. Aber man muss diese Entscheidung respektieren.“

"Man muss sich fragen, wann ist die Zeit zu Ende"

Immerhin: Schäfer selbst, von der AZ darauf angesprochen, rudert wieder ein Stück zurück. „Natürlich gibt es diese Gedanken, Jüngere ranzulassen“, sagt der Boss. Eine endgültige Absage sei das aber nicht: „Es ist ja noch Zeit. Die Meldefrist für den Wahlausschuss endet am 20. September.“ Viel Zeit, um diese „schwere Entscheidung“ zu treffen. Denn den richtigen Zeitpunkt für den Absprung will der 73-Jährige keinesfalls verpassen: „Man muss sich schon immer fragen, wann die Zeit zu Ende ist.“ kk

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