Sport Heimkehrer Beardsmore – „Vater“ der jungen Wilden

„Herbergsvater“ mit Biss: Colin Bardsmore (oben) spielt im Konzept der Thomas Sabo Ice Tigers für die kommende DEL-Saison eine tragende Rolle. Foto: bayernpress

Der Tiger-Routinier soll die Talente Fischhaber und Oblinger führen. „Gäuboden-Volksfest-Cup“ am Wochenende in Straubing: Papa in spe Greg Leeb fehlt weiter

 

NÜRNBERG Noch stecken die Nürnberger Puckjäger mitten in ihrer Vorbereitung. Aber der Countdown für den 3. September läuft, wenn mit dem Derby in Ingolstadt die neue Eiszeit beginnt. Entsprechend gehen es die Ice Tigers an. „Belastung und Rhythmus werden mehr und mehr auf den Saisonstart ausgerichtet“, verrät Andreas Brockmann. Und da kommt dem Trainer der anstehende „Gäuboden-Volksfest-Cup“ am Wochenende in Straubing gerade recht.

"Straubing hat ziemlich aufgerüstet"

Am Freitag (18 Uhr) und Sonntag (14.30 Uhr) bekommen es die Tiger neben Gastgeber Straubing mit Ingolstadt sowie dem Vizemeister Augsburg gleich mit drei DEL-Konkurrenten zu tun. Für Brockmann eine erste Standortbestimmung. „Augsburg hat sich trotz ein paar Abgängen nicht verschlechtert, Ingolstadt gehört dem Kader nach unter die Top Vier der Liga. Und Straubing hat ziemlich aufgerüstet“, analysiert Brockmann die Gegner.

Personelle Problemfälle hat Brockmann keine. „Weder große, noch kleine Wehwehchen“ plagen seine Tiger. Nur auf Greg Leeb muss der Coach verzichten. Grund: Leeb ist noch in Kanada, wartet weiter mit Ehefrau Krystalyn auf die Geburt ihres ersten Kindes. „Termin war letzten Samstag, aber da wollte das Kleine wohl noch nicht“, so Brockmann schmunzelnd. Auch wenn der Stürmer ihm bei den Tests „schon fehlen wird, aber Hauptsache, Greg ist zum ersten Punktspiel zurück“.

Brockmanns Reihen stehen fest

Was Brockmann an Greg Leeb hat, weiß er sowieso. Und das der zusammen mit Bruder Brad und Björn Barta wie schon letzte Saison eine Angriffsreihe bilden wird, steht auch fest. Denn: „Die drei haben prima harmoniert, waren sehr erfolgreich.“

Auch die anderen Reihen haben inzwischen Kontur angenommen. Nürnbergs letzter Neuzugang, Mittelstürmer Clarke Wilm, soll an der Seite von Dusan Frosch und Vitalij Aab auf Torejagd gehen, und Ex-NHL-Star Ryan Bayda wird mit Eric Chouinard und Adrian Grygiel auflaufen. Bleiben neben Allzweckwaffe Stefan Mann (Vertrag vorerst bis Oktober) noch die beiden jungen Deutschen Simon Fischhaber (20) und Alexander Oblinger (21).

Da kommt Colin Beardsmore ins Spiel. Der 32-jährige Heimkehrer übernimmt die „Führungsrolle“, soll die beiden jungen Wilden „mit seiner Erfahrung unterstützen“, so Brockmann. „Beardsmore ist da ein ganz wichtiger Mann“. Aber nicht nur als Leit-Tiger für die zwei Nachwuchskräfte, die laut Brockmann über den Talent-Status hinaus sind und sich jetzt in der DEL beweisen müssen. „Colin kann ich bei Bedarf in jede Reihe einbauen, zum Beispiel wenn wir in einem Spiel mal auf drei Sturmreihen umstellen müssen“. Denn: Beardsmore ist zwar kein Garant fürs Spektakuläre, „aber ein harter Arbeiter, der alles für die Mannschaft macht“.

Augsburger Pärchen bleibt auch in Nürnberg zusammen

Wunderdinge oder Tore am Fließband erwartet Brockmann auch von Neu-Tiger Wilm nicht. Zum einen ist Clarke erst seit letzten Sonntag auf dem Eis, „und da sieht man schon, dass die anderen Jungs drei Wochen Vorsprung haben.“ Aber Brockmann lobt die Einstellung des 455-maligen NHL-Cracks, an dem er vordergründig seine Fähigkeiten beim Über- und Unterzahlspiel schätzt. Und dass „er nicht nur Akzente nach vorne setzt, sondern auch in der Defensive hart arbeitet“. Und Brockmann ist überzeugt: „Wilm ist ein erfahrener Profi, der genau weiß, worauf es ankommt.“

Gesetzt ist als Nummer eins zwischen den Pfosten Nationalkeeper Patrick Ehelechner. Und wie formiert sich die Abwehr-Fraktion davor? Brockmanns Gedankenspiel: Das letztjährige Augsburger Pärchen Jeff Likens und T.J. Kemp „bleibt zusammen, denn es ist ja ein Vorteil, dass die sich gut kennen“. Die beiden anderen Duos bilden Frederik Eriksson mit Sean Blanchard und Rob Leask an der Seite von Martin Ancicka, Youngster Tim Schüle übernimmt die Rolle des siebten Abwehrrecken.

Eine Ausländerlizenz halten sich die Tiger noch offen

Abgeschlossen sind die personellen Planspiele. „Wilm ist der letzte Neuzugang, wir sind komplett“, so Brockmann. Vorerst jedenfalls, denn eine Ausländerlizenz haben sich die Tiger offen gelassen. Brockmann: „Die Saison ist lange, und wir wollen reagieren können, falls es notwendig wird.“

Noch besteht aber kein Handlungsbedarf. Brockmanns Augenmerk richtet sich aktuell auf die anstehenden Tests in Straubing. „Klar wollen wir dieses Turnier gewinnen, wie jedes Spiel“, macht er deutlich. Die Ergebnisse jedoch „sind für mich sekundär“. Wichtiger ist für den Tiger-Dompteur nach wie vor, „dass die Jungs als Team weiter zusammenwachsen“. Damit der DEL-Start beim Rivalen Ingolstadt nicht in die Hose geht. Michael Rupp

 

0 Kommentare