Sport Fürth: Mit Spaß ins Rampenlicht – und an die Tabellenspitze

"Vielleicht pfeift der Schiedsrichter ja in Berlin": Gegen Osnabrück wartete Nico Müller (r.) vergeblich auf einen Elfmeterpfiff. Foto: Wolfgang Zink

Nico Müller & Co. heiß auf den Zweitliga-Gipfel heute vor 50000 Zuschauern in Berlin. Kleeblatt-Trainer Mike Büskens will „jedes Spiel gewinnen“

 

FÜRTH Zuletzt war er wohl zu flink für die Schiedsrichter-Augen. Beim Fürther 2:0-Sieg in Bochum verweigerte Referee Michael Weiner Nicolai Müller einen klaren Foulelfmeter, beim 3:0 vor einer Woche daheim gegen Osnabrück Knut Kircher ebenso - und heute beim Zweitliga-Gipfel im Olympiastadion (18 Uhr)? „Vielleicht pfeift der Schiedsrichter ja in Berlin, wenn es zu einer vergleichbaren Situation kommt“, grinst Nicolai Müller vor der Abfahrt. Coach Mike Büskens ironisch: „Vielleicht sollten unsere Spieler nicht mehr so schnell in den Strafraum stürmen.“

Liga-Primus Hertha BSC gegen den Zweiten aus Franken – etwa 50000 Zuschauer wollen das Top-Spiel sehen. Müller & Co. wollen mit Teamgeist und guter Laune weiter von Erfolg zu Erfolg stürmen. Der 23-jährige Flügelflitzer: „Für mich ist es einfach nur Spaß, vor so einer Kulisse in Berlin spielen zu dürfen. Ich rechne uns gute Chancen aus, dass wir da etwas mitnehmen. Wir müssen hinten kompakt stehen, und vorne haben wir so viel Klasse, dass wir immer ein Tor machen können.“ Müller führt zusammen mit Danijel Aleksic und Kingsley Onuegbu mit je zwei Treffern die interne Torschützenliste an.

"Jeder träumt den Traum Erste Liga"

Während in der Bundesliga Lewis Holtby (Mainz) und Marko Marin (Bremen) auf ähnlichen Positionen wie Müller spielen, wirbeln und im Rampenlicht stehen, fristet der Kleeblatt-Profi (Vetrag bis 2013) in der Zweiten Liga eher ein Mauerblümchen-Dasein. Gute Leistungen von ihm werden registriert – und dann hat es sich auch schon, oder? „Die Scouts sitzen bei jedem Spiel, auch bei unserem in Berlin, auf der Tribüne“, sagt Müller. Deshalb begreift er den Liga-Hit auch als große Chance – und geht deshalb mit klarer Zielsetzung ans Werk. „Atze“ Müller: „Jeder träumt den Traum Erste Liga, am schönsten wäre es freilich mit Greuther Fürth.“ Das Duell gegen die Herthaner ist zugleich eine persönliche Herausforderung für Müller & Co.

Kleeblatt-Trainer Büskens schiebt im Vorfeld clever den Berlinern die Favoritenrolle zu: „Die Hertha hat eigentlich mit der Zweiten Liga wenig am Hut, was die individuelle Klasse betrifft. Aber ich möchte auch dieses Spiel gewinnen, wie das gegen Osnabrück und das in Bochum.“ Schließlich winkt die Tabellenführung. Matthias Hertlein

 

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