Sport Club-Kapitän Wolf: Kein Bammel vor Ruud

Trotz der enormen Meriten, die sich Ruud van Nistelrooy erworben hat, sieht Andy Wolf (links) dem Duell zuversichtlich entgegen Foto: imago

Club-Kapitän Wolf sieht dem Duell mit HSV-Star van Nistelrooy gelassen entgegen, denn: „Wir haben uns als Team weiter entwickelt“

 

NÜRNBERG Quizfrage: Welcher Stürmer hat bislang als einziger das Kunststück fertig gebracht, in drei europäischen Ligen (Holland, England, Spanien) die Torjägerkrone zu holen? Klar, da kann es nur einen geben: HSV-Superstar Ruud van Nistelrooy. Weit über 300 Tore hat der 34-Jährige in seiner Profi-Karriere bislang erzielt. Eine Zahl, die ausreichen sollte, um bei sämtlichen Innenverteidigern der Bundesliga zwischen Freiburg und Bremen für erhebliche Beklemmungsgefühle zu sorgen. Nur bei Andy Wolf irgendwie nicht. „Ich bin ja keine 19 mehr“, sagt der Club-Kapitän vor dem Auftritt beim HSV am Samstag (15.30 Uhr).

"Ruud van Nistelrooy ist ein Weltklasse-Stürmer"

Vielleicht liegt es an Wolfs grundsätzlich sonnigen Gemüt, dass der 28-Jährige sich vor seinem ganz persönlichen Härtetest so betont gelassen gibt. Wolf versichert: „Ich werde deshalb nicht unruhiger schlafen.“ Obwohl natürlich auch er zugeben muss, „dass van Nistelrooy ein Weltklasse-Stürmer ist.“

Das Problem, so ein Mann der Superlative (drei Mal Torschützenkönig der Champions League) ist leider auch im fortgeschrittenen Fußballeralter nie ganz auszuschalten. Wie der Club erst letzte Saison bei der zweiten (!) bitteren 0:4-Klatsche gegen die Hanseaten erfahren musste. Gerade mal 13 Minuten brauchte „Van the Man“ am vorletzten Spieltag nach seiner Einwechslung in der 61. Minute für Doppeltorschütze Mladen Petric, um auch noch zu seinem Treffer zu kommen.

Vor Petric hatte bereits der, eher nicht als Knipser bekannte, Jonathan Pitroipa getroffen und plötzlich steckte der Club bis zu den Haarspitzen im Abstiegssumpf.

"Wir haben jetzt eine andere Mentalität"

Für Wolf abgehakt. „Die letzte Saison ist Geschichte. Wir haben uns mittlerweile als Mannschaft weiterentwickelt, haben jetzt eine ganz andere Mentalität. Letzte Saison sind wir bei Rückstand immer sehr schnell auseinander gefallen. Das ist jetzt anders“, glaubt der Kapitän.

Allerdings: „Arbeit wird es genug geben“, ahnt Wolf, was für eine Mammut-Aufgabe auf ihn und seinen Nebenmann wartet. Wer das dann sein wird, ist Wolf „egal“. Normalerweise wäre wohl wieder Per Nilsson erste Wahl. Doch den Schweden plagt seit Tagen eine hartnäckige Rückenprellung (AZ berichtete), an Mannschaftstraining war auch gestern nicht zu denken. Gut möglich also, dass Dominic Maroh erstmals in dieser Saison seine Chance in der Innenverteidigung bekommt. „Ich habe letzte Woche nur mit Dominic trainiert. Und auch in der letzten Rückrunde haben wir das richtig gut gemacht“, sieht Wolf kein Problem, sollte Nilsson ausfallen.

Probleme kommen laut Wolf momentan eher von außen: die nach der 1:2-Heimpleite gegen Freiburg nicht ganz unberechtigten Abstiegssorgen im Umfeld. Für das FCN-Urgestein wird deutlich zu früh geunkt, denn: „Bei uns sind alle ruhig. Wir sollten da jetzt auch nichts übertreiben, sondern positiv denken. Denn wir sind heuer nicht der Absteiger Nummer eins.“ Krischan Kaufmann

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