Sport Bamberg nicht gut genug für Europa?

Holte 20 Punkte, konnte aber die Schlappe auch nicht verhindern: Kyle Hines. Foto: imago

Nach der ernüchternden 65:83-Pleite in Rom kommt sogar Brose-Manager Heyder ins Grübeln. Nur für Neuzugang Kyle Hines gab’s ein Sonderlob

 

BAMBERG In der Bundesliga eilen die Brose Baskets von Erfolg zu Erfolg. Doch international bekam der Double-Gewinner aus Bamberg jetzt deutlich seine Grenzen aufgezeigt. Den fränkischen Eurofightern wurde bei der klaren 65:83 (36:39)-Pleite bei Lottomatica Rom eine Lektion erteilt.

Bis zur Pause konnten sie noch mithalten, doch danach brachen die verkrampften und nervösen Oberfranken gegen mittelmäßige Römer total ein, weil von den Leistungsträgern nur Neuzugang Kyle Hines (20 Punkte, 7 Rebounds), Kapitän Casey Jacobsen (12) und Spielmacher Brian Roberts (14) ihre Form abrufen konnten. Einen rabenschwarzen Tag hatten vor allem Predrag Suput, Tibor Pleiß und Karsten Tadda erwischt.

"Waren körperlich unterlegen"

Nach dem schwachen Auftritt in der Ewigen Stadt legte Brose-Manager Wolfgang Heyder schonunglos den Finger in die offenen Wunden: „Wir waren körperlich unterlegen und deshalb auch am Brett zu schwach. Uns fehlt einfach die individuelle Qualität. Man muss sich die Frage stellen, ob unsere Spieler für dieses hohe Niveau in der europäischen Königsklasse gut genug sind.“

Ein Sonderlob hatte der Bamberger Sportdirektor dagegen für seinen nur 1,98 Meter großen Center Kyle Hines parat: „Er glänzte mit seiner tollen Athletik und war mit zwei Monsterblocks überragend.“ Auch Brain Roberts erhielt Streicheleinheiten: „Er hat sich sehr bemüht. Aber er muss in der Verteidigung noch härter werden.“

Wie schon in diversen Bundesliga-Partien vorher, punkteten die Brose-Korbjäger fast nur durch individuelle Einzelleistungen. Ohne den verletzten Regisseur John Goldsberry vernachlässigten die Brose Baskets ihr gefürchtetes Kombinationsspiel und wirkten in der Abwehr zu unentschlossen und zu leidenschaftslos.

Vor dem Bundesliga-Match gegen die Artland Dragons am Samstag (20 Uhr, Stechert Arena) hat Trainer Chris Fleming jetzt die undankbare Aufgabe, die happige Niederlage aus den Köpfen seiner Spieler zu bekommen. Vor allem muss er die Einstellung bei einigen Spielern verbessern. Denn: im Schongang haben die Bamberger gegen das ehemalige Fleming-Team keine Chance. Die Drachen gehören in dieser Saison zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten, bewiesen dies beim 92:66- Schützenfest in Bayreuth eindrucksvoll. W. Haala

 

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