Sport 1:2! Die Tiger-Weste ist nicht mehr weiß

Da sah es noch gut aus: Tiger-Kapitän Greg Leeb (nicht im Bild) hatte abgezogen, Straubings Tobias Draxinger (li.) leistete unfreiwillig Beihilfe, und Gäste-Keeper Dimitri Pätzold war beim Nürnberger 1:0 machtlos. Foto: Wolfgang Zink/MaWi

Nürnberger Eishockey-Cracks verlieren Heimspiel gegen Angstgegner Straubing. Zuviele Chancen wurden nicht genutzt. Spieldauerstrafe für Trainer Brockmann. Am Sonntag geht's nach Mannheim

 

NÜRNBERG Die schlechte Nachricht gab es für die Ice Tigers noch vor dem Eröffnungs-Bully: Nürnbergs neuer Stürmer-Star Clarke Wilm sagte seinen Einsatz gegen Straubing ab. "Aus privaten Gründen“, so die knappe offizielle Vereinserklärung. Der nächste Schock folgte nach 60 Spielminuten, nämlich die erste Saisonniederlage. Die Noris-Cracks verloren vor 4460 Zuschauern 1:2 (1:0, 0:1 0:1) gegen den bayerischen Rivalen, der seinem Ruf als Nürnberger Angstgegner gerecht wurde. Damit war auch die Tabellenführung futsch. Nächster Beweistermin für die Eismänner von Trainer Andreas Brockmann: Sonntag (18.30 Uhr) bei den Adlern in Mannheim. Auch kein Spaziergang.

Ohne Wilm, dafür aber mit Dampf kamen die Noris-Cracks aufs Eis. Und Eric Chouinard setzte schon nach 30 Sekunden mit einem satten Schuss ein Zeichen. Nürnberg mit optischem Übergewicht, teils auch mit spielerischen Glanz und mit weiteren Möglichkeiten. Wie etwa durch Stefan Mann, der – von Colin Beardsmore klasse bedient (8.) – aber an Gäste-Torhüter Dimitri Pätzold scheiterte. Oder Ryan Bayda, der knapp verzog (9.).

Straubing bestraft Nürnberger Nachlässigkeit

Da musste schon der Kapitän ran. Greg Leebs Schuss aus spitzem Winkel wurde von Straubings Tobias Draxinger abgefälscht, landete auf Pätzolds Rücken, und von dort im Tor (10). Die Eistiger mit Glück, aber verdient 1:0 vorn. Schade, dass Alexander Oblinger die große Chance vergab. In Unterzahl schnappte er sich den Puck, legte den Turbo ein, stürmte völlig losgelöst und allein auf das gegnerische Tor zu, doch Pätzold hatte die besseren Nerven (18.).

So kam es dann im zweiten Akt, wie es meistens passiert. Chouinard versuchte es mit der Rückhand – scheiterte erneut an Pätzold (23.). Dann schickte Tiger-Abwehrrecke James Thomas Kemp mit einem Zuckerpass Bayda auf die Reise – doch wieder knapp verzogen (34.). Und was machten die Straubinger? Genau, eine der wenigen Chancen nutzte Eric Meloche zum 1:1-Ausgleich (39.).

Die Pole-Position in der DEL-Hitparade stand auf dem Spiel, der sauberen Tiger-Weste drohte der erste Fleck nach den beiden Auftaktsiegen gegen Ingolstadt und Hamburg. Das hätte Bayda nach Vorarbeit von Chouinard in der 44. Minute verhindern können, doch wieder blieb eine dicke Chance ungenutzt. Prompt folgte die nächste Strafe. Als Tiger Jeff Likens auf der Strafbank saß, sorgte Derek Hahn mit dem 2:1 für Straubinger Freudentänze (57.). Und weil Andreas Brockmann das alles gar nicht gut fand und bei Schiri Alfred Hascher (Miesbach) reklamierte, bekam der Nürnberger Coach noch eine Spieldauerstrafe verpasst. Das war’s mit der Weißen Weste. M. Rupp/Flo

0 Kommentare