Spitzenjob Stadt sucht neuen Kommunalreferenten

Grünen-Stadtrat und Umwelt-Ingenieur Boris Schwartz. Foto: Mike Schmalz

Bei der Stadt ist die Stelle des Kommunalreferenten ausgeschrieben. Der Grüne Borsi Schwarz gilt als heißer Kandidat

 

München - Es gibt sicherlich unspannendere Jobs: Ein Bruttogehalt von mindestens 8100 Euro. 2150 Mitarbeiter. Ein Finanzvolumen für das kommende Jahr von rund 1,2 Milliarden Euro. Die Rede ist von der Leitung des Kommunalreferats – einer Stelle, die jetzt öffentlich ausgeschrieben wird, nachdem die bisherige Referentin Gabriele Fridrich nach Bremen gewechselt ist.

Freie-Wähler-Stadtrat Johann Altmann brachte gestern beim entsprechenden Tagesordnungspunkt unerwartete Dynamik in die Stadtrats-Diskussion. Er bezeichnete das Ganze als „Scheinausschreibung“. Das Vorschlagsrecht liegt bei den Grünen. Im Endeffekt sei das Rathausbündnis sich einig, wer die Stelle bekäme. Dann brachte Altmann zwei Namen ins Spiel: Sabine Nallinger, die auch gern OB-Kandidatin ihrer Partei wäre. Und Boris Schwartz, Stadtrat und Ehemann von Landesgrünen-Chefin Theresa Schopper. „Sie locken Bewerber hierher, die null Chancen haben“, wetterte der Freie-Wähler-Stadtrat. „Es ist eine Farce, wenn man sowas macht.“

Nach der Sitzung im Rathaus-Flur: Stadträtin Nallinger stürmt davon und ruft noch kurz etwas von „Spekulationen“. Später am Telefon erklärt sie klipp und klar: „Ich habe kein Interesse. Ich will meine Energie und Kraft in den OB-Wahlkampf stecken.“ Klar: Kommunalreferentin sei ein interessanter Job – auf den sie auch von Parteifreunden schon angesprochen worden sei. „Aber das kommt zum falschen Zeitpunkt.“

Kollege Boris Schwartz spricht zwar zuerst auch von „Spekulationen“, sagt dann aber: „Ich schließe nicht aus, dass ich mich bewerbe.“ Die Stelle sei attraktiv. „Man würde lügen, wenn man sagen würde, das ist nicht so.“

Der Zeitplan: Die Bewerbungsfrist läuft bis Mitte November. Im Januar sollen sich Interessenten im Kommunalausschuss vorstellen. Die Wahl ist dann für den 19. Januar vorgesehen.

Sechs Jahre dauert die Amtszeit. Die Aufgaben sind beträchtlich – etwa die Sanierung der Großmarkthalle und des Viktualienmarkts. Wie gesagt: Es gibt sicherlich unspannendere Jobs.

 

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