Spielerische Lust Der Sextoy–Boom in München

Einmal Peitsche, bitte! Seit Frauen gern Softpornos wie den Sadomaso-Bestseller „Shades of Grey“ lesen, verkaufen sich Po-Klatscher, Liebeskugeln, Handschellen & Co prächtig – auch in München. Beispiele sehen Sie in der Bilderstrecke. Foto: Abendzeitung

Einmal Peitsche, bitte! Seit Frauen gern Softpornos wie den Sadomaso-Bestseller „Shades of Grey“ lesen, verkaufen sich Po-Klatscher, Liebeskugeln, Handschellen & Co prächtig – auch in München.

München - Flogger? Paddle? Ben Wa? Hätten die meisten Münchnerinnen vor kurzem noch für Schweden-Möbel, Ruderwerkzeug oder asiatische Nudelgerichte gehalten. Doch inzwischen hat sich rumgesprochen: Ein Flogger ist eine weiche Lederpeitsche für Sex-Spielchen, ein Paddle ein Po-Klatscher für die, die ein bisschen härter mögen, und Ben Wa ist der Name für vaginale Liebeskugeln, die Frauen (nicht nur im Bett) Freude machen.

Seit dem Welterfolg von E.L. James’ Sadomaso-Roman „Fifty Shades of Grey“ (weit über 40 Millionen Mal verkauft) gehört es beinahe zum guten Ton, sich auszukennen in Sachen BDSM-Sex – also Leder-, Fessel- und Sado-Maso-Spielchen. Und mehr noch: Was den Protagonistin Christian Grey und Anastasia Steele in dem Softporno offenbar großen Spaß bereitet, probieren immer mehr Münchner Paare in ihren Schlafzimmern aus. Laut einer Sex-Studie der Seitensprung-Plattform Secret nutzen 95 Prozent der befragten Frauen erotisches Spielzeug.

Jede vierte Frau und jeder fünfte Mann hat – angeregt von der Lektüre des SM-Romans – Lust auf Fesselspielchen in einer Liebesschaukel. „Wir kommen teilweise mit dem Verkauf von Reitgerten kaum noch nach“, erzählt etwa Angela Maurer, Chefin des Münchner Erotikgeschäfts Sexbox in der Gaissacher Straße.

„Die Kunden fragen vor allem nach den Modellen in braun, also genau solchen, wie sie Christian Grey in dem Roman verwendet.“ Neuerdings hat sie spezielle „Shades of Grey“-Sets im Angebot – mit Spezialisten-Accessoires wie Handschellen, Bondage-Seilen, Liebeskugeln, Gerte, Peitsche, Augenmaske und Federpuschel – für wahlweise 39,90 oder 59,90 Euro.

„Es kommen immer mehr Männer, die freudestrahlend erzählen, ihre Frauen hätten das Buch gelesen und nun Lust, ein bisschen mehr Farbe in ihr Sexleben zu bringen“, erzählt die Ladenchefin. Das beobachtet auch Carolin Stephan, Chefin der hübschen Münchner Erotik-Boutique „Darling Frivole“ in der Falkenturmstraße: „Die Münchner sind für softe SM-Praktiken viel offener geworden. Sogar ältere Damen erzählen ganz glücklich davon, was sie daheim jetzt alles Neues ausprobieren.“

Erotiklieferant Orion bietet in seinem Online-Shop ebenfalls ein ganzes Sado-Maso-Einsteiger-Paket zum Buch an: Augenmaske, Fesseln, Liebeskugeln und eine Lederpeitsche gibt’s für 19,95 Euro. Erfreut schaut der deutsche Sextoys-Hersteller Fun Factory auf die Verkaufszahlen: Christian lässt Anastasia in „Shades of Grey“ in einer Schlüsselszene Lustkugeln tragen, die wie die „Smartballs“ von Fun Factory beschrieben sind – und Anastasia kann sich kaum beherrschen vor sexueller Verzückung.

Prompt hat sich die Nachfrage nach den runden Lustmachern verdreifacht. Zeitweise gab’s in München sogar Lieferschwierigkeiten. Bleibt für viele Einsteiger nur die Frage: Was macht man nun eigentlich genau mit Peitsche, Puschel und Co? Die „Sexbox“ weiß Rat – und bietet Kurse im Po-Verhauen (im Fachjargon: Spanking), Bondage (Fesseln) und allgemeine SM-Kurse für Anfänger an. Wie frivol es dabei hergeht? „In unsere Kurse kommen nur Paare und alle bleiben vollständig angezogen“, sagt Angela Maurer. „Ehrlich, da geht’s so erotisch zu wie im VHS-Kochkurs.“ Na dann...

 

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