Spendengelder veruntreut Charity-Lady Elke Z. muss in den Knast

Elke Z. bei einem Besuch in Afrika. Foto: Facebook/All4africa

Anstatt afrikanischen Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen, überweist Elke Z. sich Zehntausende Euro.

 

Schweinfurt - All4africa – alles für Afrika, so nennt Elke Z. ihren wohltätigen Verein. Am Ende hat sich aber herausgestellt, dass es ganz anders lief: Ganz viel Geld für sie selbst und so gut wie nichts für die Hilfsbedürftigen in Tansania und Kenia.

Rund 100 000 Euro an Spenden hat Elke Z. (61) aus dem Kreis Rhön-Grabfeld im Namen ihres Vereins „All4africa“ seit 2008 für Ostafrika gesammelt. Das Geld kam aber nicht an, sie steckte es in die eigene Tasche (AZ berichtete). Dafür muss die 61-jährige Frau jetzt ins Gefängnis.

Das Landgericht in Schweinfurt verurteilte sie gestern wegen Betrugs und Untreue zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Diese Strafe hatte auch die Staatsanwaltschaft gefordert, wogegen ihre Verteidigung nur eine Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung erreichen wollte. Der gegen Elke Z. erhobene Vorwurf der Urkundenfälschung wurde eingestellt.

Schon seit 2013 hatte die Kripo gegen die Vereinsvorsitzende ermittelt, im August 2015 erging Haftbefehl gegen sie. Elke Z. hatte unter anderem damit geworben, mit einem Euro pro Woche einem Kind den Schulbesuch für ein ganzes Jahr finanzieren zu können. So kommen Zehntausende Euro zusammen.

Vereinsmitglieder haben Vorsitzender offenbar blind vertraut

Obwohl Elke Z. immer wieder nach Afrika flog, kamen die enormen Spendensummen dort nie an. Im Prozess zeigte sich, dass die anderen Vorstandsmitglieder ihrer Vorsitzenden offenbar blind vertraut hatten und selbst nur der Form halber im Amt waren. Die Vorsitzende soll Geld vom Vereinskonto abgehoben haben, dieses aber nicht weiter nach Afrika, sondern auf ein privates Konto geleitet haben. Auch ein Benediktinerpater gab in dem Prozess laut „Mainpost“ an, noch niemals Spendengeld von Elke Z. erhalten zu haben.

Auch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) attestierte dem in Hollstadt gemeldeten Verein „all4africa“ einen zweifelhaften Umgang mit Spendengeldern. Der Verein habe sich trotz mehrfacher Versuche geweigert, dem DZI Auskunft über seine Arbeit zu erteilen, schreibt das Institut.

 

0 Kommentare