Spendengelder sinken 5,3 Milliarden Euro: So viel spenden die Deutschen

Im Kathmandu-Tal steht eine Mutter mit ihrem Kind inmitten der Zerstörung – das Erdbeben in Nepal im Jahr 2015 hat viele Deutsche spenden lassen. Eine derartige Katastrophe hat es 2016 nicht gegeben. Foto: dpa

Im vergangenen Jahr haben sie etwas weniger gegeben: 5,3 Milliarden Euro. Woran das liegt und wer Notleidende besonders unterstützt.

 

Nach einem Spendenrekord im Jahr 2015 haben die Deutschen im vergangenen Jahr etwas weniger Geld für gute Zwecke gegeben. Privatleute spendeten laut einer gestern vorgestellten Berechnung im Auftrag des Deutschen Spendenrats rund 5,3 Milliarden Euro zugunsten kirchlicher und gemeinnütziger Organisationen.

Das sei immer noch das zweitbeste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre, hieß es. Das Engagement für Flüchtlinge in Deutschland und international schätzt der Spendenrat als ungebrochen ein.

2015 waren auch wegen großer Katastrophen wie dem Erdbeben in Nepal 5,5 Milliarden Euro an Spenden zusammengekommen. Das vergangene Jahr blieb hingegen aus Sicht des Spendenrats ohne allzu große derartige Ereignisse, die oft auch wegen ihrer Präsenz in den Medien große Hilfsbereitschaft auslösen. Der Spendenrat ist ein gemeinnütziger Dachverband, der 65 spendensammelnde Organisationen umfasst. Neben im Schnitt geringeren Spendenbeträgen ging den Angaben zufolge auch die Zahl der Spender zurück. 22,1 Millionen Deutsche spendeten, das waren etwa 600 000 Menschen weniger als im Jahr zuvor.

Menschen über 70 Jahre sind besonders großzügig

Das größte Minus im Vergleich zum Vorjahr mit insgesamt 349 Millionen Euro müssen vor allem jene Organisationen verkraften, die humanitäre Hilfe leisten. Sie bekommen mit 77 Prozent des Spendenaufkommens aber immer noch den Löwenanteil der Gelder.

Zuwächse verbuchten demnach Einrichtungen aus Umwelt- und Naturschutz – dieses Plus fiel mit 13 Millionen Euro relativ klein aus. Für Flüchtlinge engagierten sich nach eigenen Angaben 47 Prozent der Deutschen – vor allem mit Sachspenden.

Unabhängig vom Zweck zeigen sich die Deutschen in der Zeit vor Weihnachten besonders großzügig: Inzwischen entfällt knapp ein Viertel des Spendenaufkommens auf den Dezember.

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Eine besonders aktive Spender-Gruppe sind laut Untersuchung Menschen über 70. Sie haben einen Anteil von 40 Prozent am Spendenaufkommen. So erklärt sich auch, warum persönlich adressierte Briefe für rund 22 Prozent der Einnahmen sorgen.

Zum Vergleich: Aufgeschlüsselt nach dem Spendenanstoß gehen auf das Netz gerade einmal 2,3 Prozent der Einnahmen zurück. Die "Bilanz des Helfens" wurde von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erstellt und beruht auf monatlichen Selbstauskünften von insgesamt 10 000 Deutschen ab zehn Jahren.


Sicher spenden - auf DZI-Logo achten!

Wer sichergehen will, dass sein Geld auch ankommt, kann auf das Siegel des Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) achten. Trägt ein Spendenaufruf das Logo, ist garantiert, dass die Organisation eindeutig und sachlich wirbt, sparsam wirtschaftet und außerdem nachprüfbar ausweist, wie das Geld der Spender verwendet wird. Geprüft werden aber nur Hilfswerke, die sich selbst beim DZI melden und die Kosten für die Prüfung zahlen. Kleinere Organisationen sparen sich dies oft.

 

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