Spektakuläre Reck-Show Hambüchen jubelt: Olympia-Traum wird wahr

Seine Reck-Darbietung bot Fabian Hambüchen bei dem hohen Ausgangswert von 7,3 nahezu perfekt an und wurde mit der Tages-Höchstnote von 16,00 Punkten belohnt. Foto: dpa

Fabian Hambüchen meldet sich zurück - und wie! Nach einer hartnäckigen Verletzung hatte er zurückgezogen geschuftet und erntete jetzt den Lohn. In Frankfurt/Mai überragte der Turner im entscheidenden Qualifikations-Wettkampf.

 

Frankfurt/Main - Fabian Hambüchen jubelte über seine spektakuläre Reck-Show, brüllte vor Freude und sagte selbstbewusst: "Das war optimal, das war die Übung für Rio!" Vier Wochen vor den Sommerspielen in Rio (5. bis 21. August) hat der 28-Jährige aus Wetzlar beim entscheidenden Qualifikations-Wettkampf geglänzt und die letzten Zweifel an seiner Verfassung zerstreut.

Offiziell wird die DTB-Riege für Rio zwar erst am Sonntag benannt. Aber der ehemalige Reck-Weltmeister bestreitet am Zuckerhut nach Athen (2004), Peking (2008) und London (2012) sicher seine vierten Olympischen Spiele. Es ist der Lohn für die knüppelharte Trainingsarbeit, die er in den vergangenen Monaten abseits der Öffentlichkeit betrieben hatte.

Der Wettkampf in Frankfurt/Main, bei dem Hambüchen neben dem Erfolg am Reck auch am Boden siegte und sich am Sprung auf den Hosenboden setzte, war nach seiner hartnäckigen Sehnenentzündung in der Schulter überhaupt erst der zweite.

Ende Juni hatte er bei den deutschen Meisterschaften mit Titeln am Reck und Boden zwar ein glänzendes Comeback gefeiert - ob der Körper nach all den Jahren Leistungssport die immensen Belastungen jedoch weiterhin aushält, "muss ich trotzdem Tag für Tag neu entscheiden", hatte Hambüchen gesagt. Am Samstag sah es absolut danach aus.

Neben seiner guten Vorstellung am Boden (15,200 Punkte) ließ er es insbesondere am Königsgerät Reck krachen. Seine spektakulären und mitreißenden Flugeinlagen gepaart mit dem extrem sicheren Abgang bewerteten die Kampfrichter zurecht mit guten 16,000 Punkten.

"Dem Team einen Riesendienst erwiesen"

Hambüchen lieferte damit auf eindrucksvolle Art und Weise die von Bundestrainer Andreas Hirsch geforderte "Steigerung der Endnoten am Reck und eine noch höhere Stabilität in der Ausführung der Übungen". Bei Hirsch waren nach Hambüchens Vorstellung am Reck die letzten Zweifel verflogen: "16,000 Punkte sollten in Rio für das Finale reichen. Fabian hat sich und dem Team mit dieser Topleistung einen Riesendienst erwiesen."

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Sorgen dürfte Hirsch edoch ein anderer Reck-Spezialist bereiten. Der Chemnitzer Andreas Bretschneider, der schon bei der DM in Hamburg gepatzt hatte, musste bei seinem selbst kreierten Element erneut das Gerät verlassen. Dafür überzeugte er mit guten Übungen am Barren und am Boden.

Nguyen überzeugt am Barren

Marcel Nguyen, in London zweimal mit Silber dekoriert, lieferte am Barren die mit Abstand beste Leistung ab. Und weil er auch an allen anderen Geräten turnt, ist er aber ebenso unverzichtbar für die deutsche Rio-Riege. Die Leistungen vom Samstag sollten Hirsch daher die letzte Klarheit über die DTB-Formation für den Höhepunkt verschafft haben.

Neben Hambüchen, Nguyen und Bretschneider werden voraussichtlich der neue deutsche Mehrkampfmeister Andreas Toba (Hannover) und Barren-Spezialist Lukas Dauser (Unterhaching) benannt. Ähnlich verhält es dich bei den Frauen, die in Frankfurt um 17.30 Uhr an die Geräte gehen.

An Mehrkampf-Meisterin Sophie Scheder (Chemnitz) führt ebenso kein Weg vorbei wie an ihrer Vorgängerin Elisabeth Seitz (Stuttgart) und der WM-Dritten am Schwebebalken, Pauline Schäfer (Chemnitz). Zudem dürfte Bundestrainerin Ulla Koch Routinier Kim Bui (Stuttgart) sowie Tabea Alt (Ludwigsburg) als Olympia-Kandidatinnen benennen.

 

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