Spektakuläre Pläne TSV 1860: Die Löwen zurück ins Olympiastadion? So wär's möglich!

Das Olympiastadion in München - hier spielte der TSV 1860 bis zur Saison 2004/2005. Foto: imago/MiS

Am Mittwoch soll der Münchner Stadtrat über den Ausbau des Grünwalder Stadions entscheiden. Ein weiteres Thema der Vollversammlung: Lässt sich das altehrwürdige Olympiastadion wieder für den Profifußball fit machen?

 

München - Ist das Olympiastadion für den Profifußball geeignet? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Münchner Stadtrat am Mittwoch in seiner Vollversammlung.

Neben der Machbarkeitsstudie für den Ausbau des Grünwalder Stadions hat das Frankfurter Architekturbüro Albert Speer + Partner auch Pläne entwickelt, wie man das altehrwürdige Rund am Oberwiesenfeld wieder fußballtauglich machen könnte.

Im Rahmen der Grünwalder-Debatte suchte die Stadt nämlich auch nach alternativen Stadien, in denen der TSV 1860 theoretisch spielen könnte. In der Vergangenheit war immer wieder die einstige Spielstätte der Löwen, das Olympiastadion, im Gespräch.

Aber Sechzig im "Oly" – geht das überhaupt noch? Die AZ stellt die Pläne des Architekten vor.

TSV 1860 vor 40.000 Zuschauern?

Nur etwas mehr als die Hälfte des Stadions könnte genutzt werden.
Nur etwas mehr als die Hälfte des Stadions könnte genutzt werden. (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.) Grafik: Architekturbüro Albert Speer + Partner

Unter gewissen Voraussetzungen wäre das Olympiastadion zweitligatauglich – so wie auch das Grünwalder Stadion nach einem größeren Umbau. Bei der möglichen Kapazität gibt es jedoch gewaltige Unterschiede: Während ins Grünwalder aufgrund des Bestandschutzes "nur" maximal 18.060 Zuschauer passen, hätte das Olympiastadion Platz für maximal 40.000 Zuschauer.

40.000 – haben da früher nicht mal mehr Menschen hineingepasst? Richtig! Als die Löwen und auch der FC Bayern im Olympiastadion spielten, hatten dort zeitweise bis zu 69.000 Zuschauer Platz.

Die Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) verhindern eine solche Kapazität jedoch heutzutage. Der Grund: Damit eine Spielstätte für die 1. und 2. Bundesliga tauglich ist, muss das gesamte Stadion überdacht sein. Beim Olympiastadion ist das jedoch nicht der Fall – hier ist nur rund die Hälfte des Areals mit dem charakteristischen Zeltdach überzogen. Und: Große Umbauten kann es an dieser Stelle nicht geben – das Olympiastadion steht seit 1997 unter Denkmalschutz.

10.000 Gäste-Fans im Olympiastadion?

So könnten die Löwen theoretisch im Olympiastadion spielen.
So könnten die Löwen theoretisch im Olympiastadion spielen.  (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.) Grafik: Architekturbüro Albert Speer + Partner

Die Architekten-Pläne sehen also 40.000 Plätze vor, von denen alleine knapp über 10.000 für die Gästefans vorgesehen sind. Hinzukommen 20.000 Sitz- und knapp 8.000 Stehplätze für die Heimfans. Der Rest ist für Logen, Business- und Medienplätze vorgesehen.

Spektakulär: Sollten die Löwen irgendwann tatsächlich wieder im Olympiastadion spielen, würde das Spielfeld in Richtung Haupttribüne und überdachte Plätze verschoben werden. Die heutige Laufbahn im Stadion wäre damit zunichte gemacht. Die Grünen im Stadtrat haben deswegen bereits Bedenken geäußert – sie fürchten, dass dadurch andere Sportarten aus dem Stadion verbannt würden.

Olympiastadion: Wohl noch keine Entscheidung

In Sachen Olympiastadion ist die Lage also recht vage – mit einer Entscheidung im Stadtrat ist in der letzten Sitzung vor der Sommerpause nicht zu rechnen.

Ganz anders sieht es da beim Grünwalder Stadion aus, nach AZ-Informationen hat sich bereits die Mehrheit der Fraktionen für den Aus- und Umbau der 1860-Heimat ausgesprochen. Eine Rückkehr ins Olympiastadion dürfte damit vorerst vom Tisch sein.

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