SPD-Beraterin Verena Bentele: "Sport ist die Schule der Demokratie"

Sie gehen mit einem Lächeln in den Wahlkampf: SPD-Spitzenkandidat Christian Ude und seine Sport-Beraterin Verena Bentele. Foto: SPD

Verena Bentele ist Udes neue sportpolitische Beraterin. Jetzt stellt die blinde zwölffache Paralympics-Siegerin in München ihr Programm vor.

 

München - „Sie wird das erste und letzte Mitglied meines Teams sein, das schon einen Bambi gewonnen hat“, sagte Christian Ude gestern in München bei der Vorstellung seiner neuen sportpolitischen Beraterin. Nach Experten für Wirtschaft, Netzpolitik und Integration holte er nun auch Verena Bentele ins Wahlkampf-Boot. Die Aufgaben der blinden zwölffachen Paralympics-Siegerin: Inklusion und Förderung des Sports.

„Die gemeinsame Bildung behinderter und nichtbehinderter Menschen von der Kita über die Ausbildung bis zum Beruf ist die Basis für eine gut funktionierende Gesellschaft“, sagt Verena Bentele. Sport sei dabei ein zentraler, gesamtgesellschaftlicher Baustein. Denn der ziehe sich quer durch alle Teile der Bevölkerung. Allein der Bayerische Landes-Sportverband zählt mehr als vier Millionen Mitglieder – Tendenz steigend.

Unverständlich also, warum der Freistaat 2001 noch 52 Millionen für außerschulischen Sport ausgab, 2010 aber nur noch 42 Millionen. Verena Bentele will das ändern. Denn dadurch, dass die Mittel gesenkt wurden, müssten die Sportvereine in Bayern teilweise Jahre auf staatliche Bezuschussung warten. Die Folge: Viele Vereine können sich inklusive Angebote finanziell nicht leisten oder schon bestehende nicht ausbauen. Um sie zu entlasten, fordert Bentele ein zusätzliches Investitionsprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro. Ein erstes hatte im letzten Nachtragshaushalt zwar bereits dafür gesorgt, dass die Vereine auf ihr Geld weniger lang warten müssen – dauerhaft sei das Problem aber nicht gelöst, so Bentele.

Doch nicht nur den Vereinssport, den Bentele als „die Schule der Demokratie“ bezeichnet, will sie unterstützen. Auch der Schulsport soll mehr gefördert werden, da immer mehr Kinder Probleme mit Übergewicht und Rückenschmerzen haben. An Schulen müsste deshalb der wöchentliche Sportunterricht von 2,6 beziehungsweise 2,2 Stunden auf drei erhöht werden. Mit einer erweiterten Ausbildung in puncto integrativer Unterricht sollen die Lehrer zudem besser auf die Bedürfnisse behinderter und nichtbehinderter Schüler eingehen können.

Ein weiteres Thema auf Udes und Benteles Sport-Agenda sind die Olympischen Winterspiele 2022 . Ude: „Ich halte uns immer noch für wettbewerbsfähig.“ Und: „Verena ist auch bei einer zweiten Bewerbung unsere stärkste Waffe.“

 

1 Kommentar