Sonntag im Ersten "Unklare Lage": Münchner "Tatort" greift OEZ-Attentat auf

Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) haben es im "Tatort" mit einer unklaren Lage in München zu tun. Foto: Hagen Keller/BR/ARD/dpa

Dieser "Tatort" wird für München ein spezieller. Die Folge "Unklare Lage" greift die Situation auf, die während dem OEZ-Attentat in der Stadt herrschte – vor allem die Ungewissheit, mit vielen Tätern es man zu hat.

 

München - Am 22. Juli wird es vier Jahre her sein, dass ein Teenager im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) neun Menschen erschoss und dann sich selbst. Die Tat hat sich in Münchens kollektives Gedächtnis eingebrannt - nicht nur wegen der vielen Toten, sondern auch wegen der Panik, die die Stadt ergriff und stundenlang nicht losließ.

München-"Tatort" greift OEZ-Lage auf

Jetzt greift der Münchner "Tatort" mit dem Titel "Unklare Lage" dieses Ereignis auf. Das Erste strahlt den Krimi am Sonntag (26. Januar, 20.15 Uhr) aus.

"Wissen Sie noch, wie die Leute damals abgegangen sind? Nachdem der Typ aus dem Einkaufszentrum raus ist? Wie plötzlich jeder irgendeinen Typen mit 'ner Knarre gesehen hat?", fragt der Verdächtige irgendwann im Laufe des Films. "Überall Chaos und jeder verdammte Idiot hat seine eigene Theorie gepostet."

Wie viele Täter sind unterwegs?

Wie kann es sein, dass plötzlich überall Täter gesehen wurden, obwohl es nur einen gab? Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Verbreitung von Panik? Und wie gelingt es Polizisten, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn die Stadt um sie herum im Chaos versinkt?

Ausgangspunkt für diese Fragen ist im neuen Fall für Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) ein toter Kontrolleur in einem Münchner Linienbus. Der liegt erschossen und blutüberströmt am Boden, während die Fahrgäste sich panisch zusammenrotten und die Polizei rufen. Der Täter, ein junger, frustrierter Schulabbrecher, ist schnell gefasst - und wird von einem Spezialeinsatzkommando erschossen. Doch handelte er wirklich allein? Oder hatte er einen Komplizen? Und was hatte er vor? Ist es nur Zufall, dass der Bus, in dem er schoss, zu seiner alten Schule fuhr?

Atemlose Atmosphäre im München-"Tatort"

Eine Frau im Bus hatte schließlich einen zweiten Vermummten gesehen. Und der Attentäter hatte ein Funkgerät dabei. Das braucht er doch nur, wenn er mit einem Komplizen kommunizieren will - oder? Die zentrale Frage vonseiten der Polizei: "Suchen wir offiziell nach einem zweiten Täter mit allem, was es da draußen auslösen wird?"

Die Polizei entscheidet sich dafür - auch weil Leitmayr und Batic felsenfest von einem zweiten Täter überzeugt sind und der tote Attentäter im Internet die Anleitung für den Bau einer Nagelbombe runtergeladen hat. Damit bricht in der Stadt die Hölle los. Das Fernsehen berichtet rund um die Uhr. Dank Twitter und Co. verbreiten sich Nachrichten von neuen Tatorten wie ein Lauffeuer: "Wir haben heute mehr als 2.000 angebliche Tätersichtungen gehabt", sagt eine leitende Ermittlerin.

Die Beamten lassen sich einfangen von der atemlosen Atmosphäre in der Stadt, auch bei den Ermittlern liegen die Nerven zusehends blank. Ein Polizist erschießt beinahe einen filmenden Journalisten - nur weil der einen dunklen Kapuzenpullover trägt und einen Rucksack dabei hat. Die große Angst des Einsatzleiters: "Ich will hier kein zweites OEZ."

Lesen Sie hier: Nach Testphase - BMW i3 als Standardstreifenwagen "nicht geeignet"

 

12 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading