Sonnencreme für Kinder Sommer, Sonne, Sonnenbrand: So wichtig ist Sonnenschutz für Kinder

Ein Klecks Sonnencreme ist nicht genug: Besonders am Strand reflektiert das Licht. Deshalb sollten Eltern den Sonnenschutz dick und mehrfach auftragen. Foto: dpa

Endlich Ferien! Doch wenn man dann endlich mit seinen Kindern im Urlaubsparadies angekommen ist, müssen sich viele Eltern eine wichtige Frage stellen: „Wie schütze ich mein Kind richtig gegen die Sonneneinstrahlung?“.

 

München - Diese Frage ist durchaus berechtigt, denn gerade Kinder sind besonders anfällig auf die gefährliche Sonneneinstrahlung. Warum das so ist und auf was Sie beim Kauf einer passenden Sonnencreme für ihr Kind achten müssen, erklärt uns Daniel Rintelmann, der Geschäftsführer von mawaii SunCare persönlich in einem Interview.

Abendzeitung: Jedes Jahr aufs Neue machen die Themen Sonnenbrand und Sonnencreme die Runde. Doch warum ist angeblich die Gefahr bei Kindern so viel größer als bei Erwachsenen?

Daniel Rintelmann: Das liegt vor allem daran, dass Menschen erst im Alter von rund 3 Jahren einen Eigenschutz durch die Produktion von Melanin entwickeln. Außerdem ist die Haut von Kindern dünner und hat noch keine schützende Hornhaut gebildet. Aktuelle Studien stellen zudem einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Sonnenbränden im Kindesalter und Malignen Melanomen im Erwachsenenalter her. Starke UV-Strahlung erhöht gerade im Kindesalter die Wahrscheinlichkeit, dass gutartige Leberflecken später zu Hautkrebs mutieren können.

Oft verweigern die Kinder das Eincremen, da sie das klebrige Gefühl der meisten Sonnencremes nicht mögen. Haben Sie einen Tipp, was man dagegen tun kann?

Am geschicktesten ist es wohl für alle, wenn man die Kinder frühzeitig an das Eincremen gewöhnt. Um die Geduld der Kleinen nicht unnötig zu strapazieren, ist es ratsam, auf nicht klebende und leicht zu verschmierende Produkte zurückzugreifen. Sollten solche Produkte nicht verfügbar sein, dann hilft es oft, ein Spiel aus den klebrigen Sonnencremes zu machen. Beispiele sind "Sandkorn Angeln", Papierblumen auf die Haut kleben usw.. Dabei allerdings darauf achten, dass die Cremes nicht wieder "abgerubbelt" werden. Besonders für kleine Kinder empfiehlt es sich außerdem UV-Schutzbekleidung zu verwenden.

Gerade für die Sommerferien möchten Eltern mit ihren Kindern oft an die frische Luft, um einen Ausgleich zur Schule zu schaffen. Freizeitaktivitäten wie Radfahren oder Wandern sind dabei sehr hoch im Kurs. Können Sie uns erklären, warum gerade hier Vorsicht geboten ist, wenn es um das Thema Sonneneinstrahlung geht?

Die meisten wissen, dass man die Mittagssonne (zwischen 11 und 15 Uhr) meiden sollte, insbesondere mit Kindern. Die Praxis sieht leider etwas anders aus. Denn gerade beim Radfahren wird die Sonnenintensität nicht so stark wahrgenommen, da der Fahrtwind den Körper kühlt. Hinzu kommt, dass die Menschen gerade im Sommer eher schwitzen und sich dadurch ein nasser Film auf der Haut bildet. Dadurch wird die Haut weicher und reagiert empfindlicher gegenüber UV-Strahlung. Unter Umständen "wäscht" sich durch den Schweiß außerdem die zuvor aufgetragene Sonnencreme aus, wodurch der Schutz verloren geht. Beim Wandern verhält es sich ähnlich.

Neben dem Schwitzen wird vor allem durch die Abkühlung in höheren Lagen und die frische Luft gerade auf freien Flächen die Belastung für die Haut deutlich erhöht. Außerdem gibt es dort häufig weniger Schatten. Schutzmaßnahmen wie regelmäßiges Nachcremen – was übrigens auch bei wasser- und schweißfesten Creme notwendig ist – wird dann meistens vergessen oder vernachlässigt. Hinzu kommt, dass die Strahlungsintensität immer mehr zunimmt, je höher man aufsteigt. Für den Badeurlaub am Strand ist noch anzumerken, dass Sand und Wasser die UV-Strahlung reflektieren und damit die Belastung für die Haut nochmal erhöhen. Generell gelten folgende Grundregeln: Mittagssonne meiden, Schatten aufsuchen, Eincremen und vor allem Nachcremen, viel Trinken und gegenseitig aufeinander Acht geben. Außerdem nicht vergessen: Sonnenbrille und Kopfbedeckung nicht vergessen und auch die Lippen vor der Sonne schützen.

Viele Eltern fühlen sich bei der großen Auswahl an Kinder-Sonnencreme überfordert. Auf welche Eigenschaften sollten sie beim Kauf unbedingt achten?

Bei Klein- und Kleinstkindern sollte die Sonne wenn möglich vermieden werden. Das Eincremen mit Sonnencremes sollte frühestens ab einem Alter von 2 Jahren beginnen. Dann sollten am besten rein mineralische Sonnencremes, die meist sehr schwer aufzutragen sind verwendet werden. Ab 3 Jahren entwickelt der Mensch einen Eigenschutz und die Haut wird dicker. Ab diesem Alter sollten Eltern darauf achten, dass sich die Cremes gut auftragen lassen, anständig verteilt werden und ausreichend nachgecremt wird. Sinnvollerweise sollten die Produkte nur schützende und pflegende Inhaltsstoffe haben und keine Konservierungsmittel, Parfüms oder bedenkliche UV-Filter wie Cinnamate, Benzophenone oder Kampherderivate enthalten. Außerdem sollten die Sonnencremes wasser- und schweißfest sein. Grundsätzlich gilt aber Folgendes: Bevor anderweitig gar keine Sonnencreme verwendet werden kann, ist es besser lieber irgendeine zu verwenden, als eine Perfekte. Viele Kinder und Eltern nutzen gerne sogenannte Sprays. Hier ist insbesondere bei Kindern darauf zu achten, dass der Sonnenschutz-Nebel nicht eingeatmet wird, dass wirklich alle Körperpartien ausreichend Sonnenschutz abbekommen und dass nicht die Hälfte durch den Wind weggeweht wird. Gleichzeitig sollten die Produkte keine auf Alkoholbasis erstellte Rezeptur besitzen, da diese in der Regel die Haut austrocknet. Vielmehr sollten die Sprays eine sinnvolle Kombination aus mineralischen und organischen UV-Filtern haben, um den optimalen Schutz zu erreichen. Persönlich würde ich aber leichten Cremes und Körperlotionen den Vorzug geben, da der Verbrauch geringer ist, sie sich besser verteilen lassen und weniger Verpackungsmüll anfällt.

Was unterscheidet die Kinder-Sonnencreme-Produktlinie der Firma mawaii von anderen Herstellern? Worauf legen sie ihren Fokus?

Unsere Produkte bauen vor allem auf eine optimale Hautverträglichkeit und wurden speziell für aktive Kids entwickelt. Durch unsere mehrjährige Erfahrung im Sport und die Zusammenarbeit mit Hildegard Braukmann Kosmetik haben wir eine Produktlinie erschaffen, die einfach nicht nervt, was ja gerade bei Kindern ein großes Thema ist. Denn: die „KidsCare“ klebt und schmiert nicht und zieht extrem schnell ein. Über den Sonnenschutz hinaus wird die Haut durch natürliche Inhaltsstoffe gepflegt und die Selbstheilung der Haut wird gefördert. Ein weiterer Vorteil ist, dass unsere Produkte ursprünglich aus dem high-performance Bereich kommen und Kinder in der Regel jeden Tag „Hochleistungsbewegungen“ machen und damit den Produkten alles abverlangen – gerade am Strand.

Haben Sie sonst noch einen Tipp für Eltern, wie sie mit dem Thema Sonnencreme umgehen sollten?

Selbst die schlechteste Sonnencreme ist immer noch besser als ein Sonnenbrand und dessen Spätfolgen. Gehen Sie spielerisch an das Thema heran und gewöhnen Sie die Kids frühzeitig daran. Sonnencreme ist nicht eklig, sie kann auch Spaß machen. Wenn Sie Zweifel haben, fragen Sie Ihren Haut- oder Kinderarzt und sprechen sich mit ihm ab. Genießen Sie es, draußen zu sein und passen Sie sich ein wenig an die Verhaltensweisen südlicher Länder an. Denn selbst in Nordafrika sieht man in der Mittagssonne in der Regel nur Touristen und keine Einheimischen.

 

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