Sonderflugplan veröffentlicht Piloten-Streik: Lufthansa streicht 1350 Flüge!

Die Lufthansa muss wegen des erneuten Piloten-Streiks 1350 Flüge streichen. Foto: dpa

Am Montagmittag ist es mal wieder so weit: Zum neunten Mal seit April streiken die Lufthansa-Piloten. Mehr als 150 000 Passagiere müssen sich auf Ausfälle und Verspätungen einrichten. Auch München ist betroffen.

 

Frankfurt/Main/München - Nach knapp sechs Wochen Streikpause bringen die Piloten der Lufthansa zu Wochenbeginn die Reisepläne zahlreicher Passagiere durcheinander. Die Lufthansa muss wegen des Pilotenstreiks ab Montagmittag etwa 1350 Flüge streichen. Damit fallen knapp die Hälfte der insgesamt 2800 Verbindungen aus, wie die Airline am Montagmorgen mitteilte. Insgesamt seien etwa 150 000 Fluggäste von den Streiks betroffen.

Betroffen von dem neuen Pilotenstreik sind aller Voraussicht nach auch Flüge von und nach München. Der Arbeitskampf der Pilotengewerkschaft Cockpit soll am Montagmittag (12.00 Uhr) auf Flügen der Kurz- und Mittelstrecke beginnen und bis Dienstag um Mitternacht dauern.

Wie Cockpit mitteilte, wird der Ausstand ab Dienstagfrüh (3.00 Uhr) bis Mitternacht auch auf Langstrecken und Fracht ausgeweitet. Der Deutschland- und Europaverkehr der Lufthansa von ihren Drehkreuzen Frankfurt und München entfällt ab Montagmittag. Die Langstrecke wird am Montag noch abgefertigt, wird aber Dienstag komplett stillstehen. Flüge der Lufthansa-Tochter Germanwings seien von dem Streik nicht betroffen. Am Mittwoch will die Lufthansa wieder den normalen Flugplan einhalten. Bis dahin gilt ein Sonderflugplan.

Das Unternehmen appellierte an Cockpit, die Gespräche unverzüglich wieder aufzunehmen. Die Verhandlungen zwischen der Pilotengewerkschaft und der Fluglinie waren in der Nacht zum Samstag erneut gescheitert. Gestritten wird vor allem um die Übergangsversorgung für die rund 5400 Piloten im Konzern. Die Fluggesellschaft will, dass ihre Piloten künftig frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Die Piloten wehren sich dagegen.

Strittig sind zusätzlich die Gehälter der Piloten und die künftige Billig-Strategie des neuen Konzernchefs Carsten Spohr, die von den Piloten nicht mitgetragen wird. Beim Billigableger Eurowings und einer geplanten Billigtochter für die Langstrecke gilt der Konzerntarifvertrag nicht. Piloten und Flugbegleiter verdienen deutlich weniger als ihre Kollegen in den Maschinen mit dem Kranichlogo. Auch die komfortable Übergangsversorgung vor dem Renteneintritt kommt ihnen nicht zugute.

Zuletzt war im Oktober bei der Lufthansa gestreikt worden. In der Tarifauseinandersetzung mussten Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seit April knapp 6000 Flüge wegen Arbeitsniederlegungen der Piloten streichen. Die Kosten für alle Streiks seit Jahresbeginn - darunter auch Ausstände von Beschäftigten an den Flughäfen - bezifferte das Unternehmen auf bislang rund 170 Millionen Euro.

 

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