Solarenergie in Spanien Münchner Stadtwerke machen hohe Verlust

Das Solarkraftwerk Andasol 3 im spanischen Granada versprach hohe Renditen. Foto: Marcus Schlaf

Spanische Regierung kürzt Subventionen für das Solarkraftwerk Andasol 3. Die Stadtwerke München  müssen ihren Anteil komplett abschreiben. CSU fürchtet Preiserhöhungen.

 

München - Für die Stadtwerke ist Andasol 3 ein Paradeprojekt, um ihren ehrgeizigen Anteil an erneuerbaren Energien zu erhöhen. Doch jetzt wird ihr Engagement in der spanischen Provinz Granada zum Millionengrab: Weil die in großen Geldnöten steckende spanische Regierung die Subventionen zusammengestrichen hat. Für die Stadtwerke München bedeutet das: Sie muss ihren Kaufanteil von 64 Millionen Euro komplett abschreiben.

Die Stadtwerke prüfen jetzt, dagegen zu klagen: "Durch den Rechtsstreit gegen Spanien soll der durch die Tarifmaßnahmen erlittene Vermögensschaden wieder ausglichen werden. Dies kann die Renditeerwartungen des Projekts deutlich beeinflussen."

Vor zwei Jahren haben die Stadtwerke mit der RWE, Rheinenergie und anderen das Solarkraftwerk Andasol 3 gekauft. Die Stadtwerke sind mit 48,9 Prozent der Hauptanteilseigner an dem 50 Megawatt-Kraftwerk. 315 Millionen Euro hat es gekostet.

Nun fürchtet die Rathaus-CSU, dass die Münchner dafür bezahlen müssen. Der Fraktionsvize Hans Podiuk fragt: „Müssen die Münchner für ihre Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärme-Versorgung tiefer in die Tasche greifen?“ Die Stadtwerke bestätigen die hohen Verluste.

SWM-Chef Florian Bieberbach teilt mit: „Auch wenn die ursprünglichen Annahmen zur Rentabilität des Projekts unter den geänderten Bedingungen deutlich verfehlt werden, kann das Projekt dennoch ein Mehrfaches an den laufenden Kosten erwirtschaften und somit wirtschaftlich betrieben werden.“ Nicht zuletzt deshalb, weil Sonnenenergie keine variablen Kosten verursache. Die Befürchtung der CSU-Stadtratsfraktion, dass die Münchner ,die Zeche zahlen müssen’, sei „gänzlich unbegrün-det“.

Aber es schmälert ihren Gewinn deutlich.

 

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