So wird der neue Königshof Stachus: Das Spalt-Hotel kommt

Der geplante neue Königshof bei Nacht: In der "Raumkaskade", die durch die Fuge in der Mitte entsteht, soll es Lobby-, Aufenthalts- und vor allem Ausblicksbereiche geben. Foto: Nieto Sobejano Arquitectos

Die Spanier sind Sieger: Ein Architekturbüro aus Madrid darf den neuen Königshof errichten. Was sie vorhaben und wann es losgeht.

Ludwigsvorstadt - Der Stachus bekommt spanische Luxus-Architektur: Beim Wettbewerb um die Neugestaltung des Nobel-Hotels Königshof hat sich das Architekturbüro Nieto Sobejano Arquitectos durchgesetzt. Das Hotel wird ab 2017 abgerissen und neu gebaut.

Es bekommt dann eine außergewöhnliche, gespaltene Fassade. „In dieser spektakulären Raumkaskade befinden sich dann unterschiedliche Lobby-, Aufenthalts- und vor allem Ausblicksbereiche“, kündigen die Chef des Königshofs an, die Münchner Privathoteliers Carl, Michael und Stephan Geisel. Sie preisen den neuen Königshof als „Visitenkarte Münchens“.

Zwei Jahre soll der Neubau dauern. Dann soll das Luxushotel neun statt sechs Stockwerke und etwa 95 Zimmer und Suiten haben. „Geplant ist zudem ein Rooftop-Restaurant mit Panoramablick über München sowie eine Spa- und Wellness-Etage“, heißt es in einer Mitteilung der Firma Geisel Privathotels. Das Unternehmen werde prüfen, ob Teile des Hotels nicht nur Gästen, sondern auch der Öffentlichkeit offen stehen könnten.

Vertikaler Einschnitt in die Fassade

Die spanischen Architekten können sich also auf ein großes Prestige-Projekt freuen. Sie sind der Gewinner eines Wettbewerbs, bei dem im Herbst letzten Jahres zunächst drei Siegerentwürfe gekürt wurden. Mit im Rennen waren noch die Vorschläge der Architekturbüros Wandel Hoefer Lorch aus Saarbrücken sowie Sauerbruch Hutton aus Berlin. Jetzt hat die Familie Geisel sich für das Büro aus Madrid entschieden.

Zu ihrem Entwurf sagen die Architekten selbst: „Der vertikale Einschnitt in der Fassade zum Stadtplatz unterstreicht die Frontalität, Axialität und Eigenständigkeit des Entwurfes.“ Der Bau passe ins Ensemble. Die Gebäudefuge stehe bildlich für die architektonische Auseinandersetzung mit der Grenze zwischen Gebäudeinnenraum und Stadtraum.

Für Nieto Sobejano Arquitectos ist es nicht der erste wichtige Auftrag in München: Seit 2010 lassen sie am Vogelweideplatz den Komplex „Bogenhauser Tor“ errichten, der das neue „Stadtportal München Ost“ werden und 2016 fertig sein soll.

Das Fünf-Sterne-Haus am Stachus verspricht allerdings noch etwas mehr Ruhm – die Lage könnte schließlich kaum prominenter sein. Außerdem ist der Königshof als eine der edelsten Münchner Luxus-Absteigen international bekannt.

Vor zwei Monaten drohte dem Projekt ein Dämpfer: Damals reichten die Eigentümer des Nachbargrundstücks Klage gegen den Bau ein, weil sie fürchteten, dass das neue Hotel zu hoch würde. Das Planungsreferat hatte zuvor die Genehmigung für einen rund 33 Meter hohen Baukörper erteilt. Die Nachbarn zogen ihre Klage allerdings schnell zurück. Deshalb ist der Weg für den Umbau nun frei. Ende 2017 soll nun definitiv der Abriss beginnen.

 

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