So halten sich die Tiere fit: Bullenhitze in Hellabrunn

Wasser marsch: Ein Tierpfleger spritzt Elefanten-Mama Temi ab, ihr Sohn Ludwig versteckt sich. Foto: Daniel von Loeper

Bei Temperaturen wie sonst in der Sahara schwitzt der Mensch – und die Viecher im Tierpark leiden. Ein Rundgang in Hellabrunn.

 

München - Elefanten-Baby Ludwig findet die Abfrischung offenbar gar nicht so prickelnd. So schnell ihn seine Beinchen tragen, haut er ab, als ihn ein Pfleger gestern Vormittag mit dem Wasserschlauch abspritzt. Abkühlung tut Not bei tropischen Temperaturen. Auch bei Elefanten.

Wie gehen die Hellabrunn-Bewohner mit der derzeitigen Hitze um? Ganz einfach: Im Prinzip wie die Menschen.

Wobei es natürlich schon einen Unterschied macht, ob die Tiere aus tropischen Breitengraden oder der Antarktis herstammen. „Afrikanische und asiatische Tiere haben keine Probleme mit der Hitze”, so Zoo-Chef Andreas Knieriem. Im Gegenteil: Reptilien lassen sich von der Sonne aufheizen, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Aber selbst manche Pinguine sind immer noch gerne in der Sonne – sie können sich ja kurzfristig mit einem Sprung ins kühle Nass wieder erholen. Und sogar die Eisbären hängen nicht die ganze Zeit im Wasserbecken. „Deren weißes Fell heizt sich nicht so stark auf”, weiß der Zoo-Chef.

Ansonsten haben die Hellabrunn-Bewohner eine einfache Methode zur Hitze-Bewältigung: Sie schalten einen bis zwei Gänge runter, lassen es betont ruhig angehen – und sich von den Pflegern mit kleinen Leckerbissen bedienen.

Die Beweise für die Cool down-Theorie sind überall zu sehen: Hier steht ein Strauß stocksteif, als habe ihn der Blitz getroffen. Dort liegt eine Gruppe Nyala-Antilopen in Hitzestarre. Bei den Elefanten-Antilopen bewegt sich nur das wiederkäuende Maul – sonst nichts. Stillstand auch bei den Eisbären, die hingegossen in der Wiese rasten.

Auch die Robben kennen in diesen Hundstagen nur zwei Zustände: Hinfläzen. Oder Plantschen. Keine Hitzeschäden haben die Königspinguine zu befürchten: „Hier drin hat’s null Grad”, erklärt der Pfleger beim Füttern. „Die brauchen die Kälte.”

Der kleine Ludwig und seine Mama Temi nutzen inzwischen ihre nasse Haut, um sich ordentlich mit Sand zu bewerfen und sich zu wälzen. „So schützen sie sich vor Sonnenbrand”, erklärt Tierpark-Sprecherin Verena Wiemann.

 

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