So entsteht Freiham Foto-Ausstellung: Die Poesie der Bauwüste

Eine Grundschülerin mit ihrem kleinen Radl inmitten der großen Bauwüste: Dieses Ausstellungs-Foto stammt von der Amateur-Fotografin Margarete Hensel. Foto: Volkshochschule/Hensel

Im werdenden Stadtteil Freiham im Münchner Westen dokumentieren Amateur-Fotografen den Baufortschritt. Die Fotografien sind nun in einer Ausstellung in Aubing zu sehen.

 

Freiham/Aubing - Die Bäumchen sind frisch gepflanzt und haben noch Stützen. Eine Schülerin mit Ranzen stoppt ihr kleines Fahrrad vor einem gerade asphaltierten Weg: Vom schwarzen neuen Asphalt gehen dunkle Reifenspuren ab, die ein Baufahrzeug auf der Straße hinterlassen hat.

Fotografie-Ausstellung zum Baufortschritt

Ein Kind allein in einer Baustellenwüste – dieses Foto aus Freiham berührt. Es ist das Hauptbild zur Ausstellung "Fotodokumentation Freiham" im Kulturzentrum Ubo 9 in Aubing.

Das Foto stammt von der Münchner Amateurfotografin Margarete Hensel und dokumentiert Baufortschritt und das erste zarte Leben in Freiham: auf der größten Baustelle Europas. Hensels Aufnahme steht für eine Zwischenbilanz. Es konnte so entstehen, weil – umgeben von Nichts – im werdenden Stadtteil schon zwei neue Grundschulen in Betrieb gegangen sind.

Neues Wohn- und Gewerbegebiet fotografisch dokumentiert

Im Münchner Westen wird bis 2040 ein Wohn- und Gewerbegebiet für über 20.000 Menschen gebaut. Freiham liegt nahe Pasing neben Neuaubing und ist zwölf Kilometer von Münchens Zentrum entfernt.

Acht Amateur-Fotografen aus der Stadt begleiten den Baufortschritt in der Bauwüste seit Herbst 2017 mit ihrer Kamera, als poetisch-künstlerisches und fotografisches Langzeit-Projekt. Fotograf Gérard Pleynet aus Haidhausen leitet diesen ambitionierten VHS-Kurs für Amateur-Fotografen. Er erklärt: "Zu Beginn in Freiham nur Horizontale. Jetzt verändert sich die Landschaft. Wir sind alle gespannt, ob es eine interessante Skyline wird."

Anregungen von Fotografen zum modernen Viertel

Anders als in modernen Neubaugebieten wie in Riem oder dem 70er-Jahre-Neuperlach, wo ausschließlich gewohnt wird, soll im Münchner Westen ein lebendiger Mix aus Wohnen und Arbeiten das Viertel ausmachen.

Die Straßen dafür sind angelegt: Große, angekarrte Felsbrocken als Blickfang auf dem Gelände schaffen Überraschungs-Momente, weil die großen Steine die Urbanität aufbrechen. Fotograf Gérard Pleynet, der oft im Baugebiet war, regt Folgendes an: "Eine zweite S-Bahn-Station wäre gut. Freiham ist so groß, dass nur eine Haltestelle für viele im Viertel zu weit ab vom Schuss ist."

Die Ausstellung zur Ästhetik der großen Bauwüste, zum künstlerischen und dokumentarischen Blick auf Kräne und Kanäle ist bis 28. Juli zu sehen: Die Foto-Schau ist mittwochs geöffnet, also heute von 17 bis 19 Uhr – und bei Veranstaltungen (im Kulturzentrum Ubo 9 in der Ubostraße 9 in Aubing).

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