So bringt der Verzicht Freude Fasten: Gönnen Sie sich Verzicht!

Sich gesund und bewusst zu ernähren, kann Spaß machen - wenn man für das Fasten ein paar Tipps beachtet. Foto: imago

Ramadama mal anders: Ab Aschermittwoch entrümpeln nicht nur religiöse Menschen Körper und Geist. Eine Münchner Expertin erklärt, wie das Fasten gelingt und viel Freude bringt.

München - Früher suchten Fastende die Nähe zu Gott, übten Buße und Enthaltsamkeit. Heute entrümpeln Fastende Geist und Körper. Ein vorgezogener Frühjahrsputz sozusagen, der Freude bringen kann. "Wir leben in einer hektischen Zeit, in einer Überflussgesellschaft", sagt Sophie Schwab, Leiterin der Landesvertretung der Versicherung DAK in Bayern. "Beim Fasten nehmen wir uns Zeit und überdenken, was uns guttut und was wir brauchen."

Mehr als jeder zweite Bayer (61 Prozent) hat schon einmal gefastet, das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit. Dabei wird besonders häufig auf Alkohol (68 Prozent) und Süßigkeiten (59 Prozent) verzichtet. Wobei Verzicht auch einen Gewinn bedeuten kann.

Realistische Ziele setzten

"Wer sich ein realistisches Ziel setzt und nicht zuviel weglassen möchte, wird bald den gesundheitlichen Nutzen merken, den das Fasten auf den Körper hat, statt gefrustet zu sein", sagt Schwab. Das motiviert zum Durchhalten. Realistisches Ziel heißt, beim ersten Fasten nur auf eine Sache zu verzichten - etwa Fleisch und nicht noch Süßes, Brot und Nudeln mit auf die Verbotsliste zu setzen. "Überlegen Sie sich, ob jetzt der richtige Zeitpunkt fürs Fasten ist, ob Sie das im Alltag integrieren können. Wenn Sie im Februar viel auf Dienstreisen sind, ist's womöglich ungeschickt jetzt zu beginnen."

"Planen Sie Genuss mit ein"

Fastende können sich aber auch selbst motivieren und belohnen. "Planen Sie Genuss mit ein und gönnen Sie sich ab und an etwas", rät Schwab. Quasi als Belohnung fürs Durchhalten ein Konzert besuchen, ein gutes Buch lesen oder in die Therme gehen. Und manches Fasten bedeutet, dass man plötzlich mehr Zeit hat für Dinge, die man schon immer gern getan hat. Jeder Fünfte möchte in den kommenden Wochen weniger online sein und seine Zeit mit echten Menschen verbringen.

Besonders junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren stehen dem Fasten offen gegenüber: 62 Prozent sagen, dass sie schon einmal gefastet haben. Jeder zweite von ihnen möchte für die kommenden sechs Wochen mit dem Rauchen aufhören. "Junge Menschen fasten aber auch wegen eines bestimmten Schönheitsideals, das ist heikel, denn das hat mit Gesundheit und Schönheit nichts zu tun", sagt Schwab.

Wer aber gesund und maßvoll fastet und merkt, dass Verzicht Freude, Zeit und Gesundheit bringen kann, bei dem wirkt die Fastenzeit womöglich noch nach. "Da kann man sich dann überlegen, ob man nicht insgesamt ein bisschen gesünder leben will", sagt Schwab.

Am 22. Februar von 8 bis 20 Uhr beantworten Experten der DAK alle Fragen rund ums Fasten unter der kostenlosen Nummer 0800 1111 841 - auch für nicht DAK-Mitglieder.

Die AZ-App für Android und iOS

Android-App jetzt herunterladen iOS-App jetzt herunterladen!

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. null