"Smaugs Einöde" "Der Hobbit": Klein, aber mehr als nur oho

"Der Hobbit: Smaugs Einöde“ ist ein unerhört perfekter Blockbuster - ab Donnerstag im Kino.

Berlin/München - Was eine kleine Berührung alles vermag, wie sie eine Kettenreaktion auslösen kann, zur lebensgefährlichen Botschaft wird. Der Hobbit Bilbo Beutlin und die dreizehn Zwerge, mit denen er unterwegs ist, haben sich auf ihrer Reise zum Berg Erebor in einem Wald verirrt. Als Bilbo ein verdichtetes Netz von Spinnweben mit seiner Hand abtastet, löst er eine Schwingung aus, die sich über alle Spinnweben im Wald hinweg ausbreitet. Die Stille im Wald wird nicht mehr lange anhalten.

Die Attacke der Spinnen ist eine der groß angelegten Actionszenen des zweiten Teils von Peter Jacksons „Hobbit“-Verfilmung, die ab Donnerstag weltweit zu sehen sein wird. Das 160 Minuten lange Spektakel ist, wie jeder Fan weiß, der Mittelteil einer Trilogie. Jackson hat Tolkiens Fantasy-Roman in drei Teile geteilt, wobei er die ersten zwei in einem Rutsch zwischen März 2011 und Juli 2012 abdrehte, um in diesem Sommer die Szenen des dritten Teils fertig zu stellen.

Der Mittelteil ist nun alles andere als ein Zwischending, sondern ein unglaublich perfekt animiertes 3D-Spektakel. Anstatt sich wie beim ersten Teil bei einer langatmigen Exposition mit Zwergengesang aufhalten zu müssen (weltweites Einspielergebnis: über 744 Millionen Euro), switcht der Film nach einer kurzen Rückblende rasant in die angebrochene Reise gen Berg Erebor zurück. Dort sollen Bilbo, die Zwerge mit ihrem Anführer Thorin Eichenschild und der zaubernde Gesamttourleiter Gandalf den Drachen Smaug besiegen und den von Smaug gestohlenen Schatz zurückgewinnen.

Hatte der erste Teil noch seine sonnendurchfluteten Momente schlägt Jackson hier mit aller düsteren Wucht zu, der Tod lauert an allen Ecken und Enden. Nachdem Gandalf sich von der Truppe trennt, um eine Nebenmission zu verfolgen, werden Bilbo und die Zwerge von den Waldelben (Orlando Bloom als Legolas ist zurück) gefangen genommen, um dann, mit Hilfe von Bilbos Ring, fliehen zu können.

Bei einer Verfolgungsjagd in einem reißenden Fluss fliegt dem Zuschauer manch’ abgetrennter Ork-Kopf in 3D entgegen. Jackson entfesselt in diesen Sequenzen seine ganze Fantasie, die schon immer in Richtung Horror ging. Die High-Frame-Rate-Technik, bei der die Kameras 48 Bilder pro Sekunde aufnehmen, sorgte in Teil Eins noch für eine Ästhetik, die seltsam an TV-Dokus erinnerte. Daran wurde sichtbar gefeilt: Jetzt kann man über gestochen scharfe, unerhört plastische Kinobilder staunen.

Wie Bilbo und seine Gefährten zum Drachen gelangen, das ist nicht unbedingt ein christlich-harmloses Weihnachtsvergnügen. Dass Jackson und seinem Team ein mitreißender, bildschöner Blockbuster gelungen ist, wird sich jedoch wie ein Lauffeuer verbreiten.

 

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