Ski alpin Slalom in Levi: Neureuther verpasst Podest knapp

, aktualisiert am 13.11.2016 - 15:34 Uhr
Felix Neureuther hat gute Chancen auf das Treppchen. Foto: dpa

Neureuther rast beim Slalom in Levi knapp am Podest vorbei, sein Rivale Marcel Hirscher triumphiert. „Das ist kein Beinbruch“.

 

Levi - Felix Neureuther rammte verärgert seinen Skistock in den Schnee, mit grimmiger Miene blickte er hoch zur Anzeigetafel. Dort leuchtete eine „3“ neben seinem Namen auf, der beste deutsche Ski-Rennläufer ahnte, dass es nicht zum zweiten Podestplatz in diesem Winter reichen würde.

Und so kam es: Der alles überragende Österreicher Marcel Hirscher, den eine schmerzhafte Mittelohrentzündung fast den Start gekostet hätte, zog beim Slalom im finnischen Levi noch vorbei, Neureuther blieb diesmal nur Rang vier. „So schlecht war das nicht“, betonte Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes, „Platz vier ist kein Beinbruch.“ Tatsächlich fehlten Neureuther auf dem flachen Hang 170 Kilometer nördlich des Polarkreises nur 0,10 Sekunden zum drittplatzierten Manfred Mölgg (Italien) und damit zur zweiten Podestplatzierung nach dem dritten Rang im Riesenslalom beim Auftakt in Sölden drei Wochen zuvor.

„Der kann auch mit einem Haxn runterfahren und ist trotzdem noch der Favorit“

„Ich habe im ersten und zweiten Durchgang leider zu viele Fehler gemacht“, erklärte Neureuther und behauptete, angesichts der Patzer mit dem vierten Rang „eigentlich zufrieden“ zu sein. „Der Grundspeed passt definitiv, so muss ich das sehen. Das ist nicht mein Lieblingshang. Ich freue mich darauf, wenn es dann im Dezember richtig los geht.“ Dass sein jahrelanger Konkurrent wieder ganz oben steht, überraschte den deutschen Routinier nicht – Mittelohrentzündung hin oder her.

„Der Marcel ist der Marcel“, sagte Neureuther. „Der kann auch mit einem Haxn runterfahren und ist für mich trotzdem noch der Favorit.“ Ziemlich enttäuscht war Bundestrainer Mathias Berthold. „Das war leider nicht so, wie wir es uns erhofft haben. Die Trainings waren noch sehr gut, wir haben das aber nicht optimal umsetzen können.“

Der Coach dachte dabei nicht nur an Neureuther. Auch der achtplatzierte Dopfer zeigte Patzer. Linus Straßer rutschte als 18. des ersten Laufs noch auf den 29. Rang zurück. Stefan Luitz war im ersten Durchgang nach einer guten Zwischenzeit vor dem Ziel ausgeschieden. „Die Fehler dürfen einfach nicht passieren“, sagte Berthold.

Dass bei den Technik-Rennen dieses WM-Winters die Siege mal wieder über Hirscher führen dürften, unterstrich der fünfmalige Champion in der Weltcup-Gesamtwertung von Anfang an: Nach Rang zwei im Riesenslalom von Sölden ließ er sich in Levi nicht schlagen. Dabei hatte er selbst Neureuther zuvor noch attestiert, erster Herausforderer des in Levi fehlenden Henrik Kristoffersen zu sein.

Understatement ist aber eines von Hirschers Markenzeichen. Das andere ist seine Schnelligkeit auf der Piste. In Levi drückte er zwei Laufbestzeiten in den Schnee, feierte seinen 40. Weltcup-Sieg und zog mit dem Schweizer Pirmin Zurbriggen gleich. Beide sind Fünfter der Bestenliste hinter Ingemar Stenmark (86), Hermann Maier (54), Alberto Tomba (50) und Marc Girardelli (43). „Gestern hatte ich brutalste Ohrenschmerzen wie noch nie“, sagte Hirscher: „Aber in der Früh war es okay.“

Als Belohnung bekam Hirscher neben 100 Punkten, die ihn an die Spitze der Gesamtwertung hievten, auch ein Rentier geschenkt – sein zweites nach 2013. Er nannte es „Leo“.

 

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