Skandal in Spielberg Nach "Abschuss": Scheider disqualifiziert

Timo Scheider startet seit 2000 in der DTM. Foto: dpa

Der "Abschuss" im DTM-Rennen von Spielberg: Timo Scheider war sicher, dass er ohne Strafe davon kommt, jetzt wurde der Audi-Pilot disqualifiziert.

 

Spielberg - Audi-Pilot Timo Scheider ist nach dem DTM-Rennen im österreichischen Spielberg am Sonntag für den "Abschuss" des Mercedes-Fahrers Pascal Wehrlein disqualifiziert worden.

Das teilte die Rennleitung mit. Scheider hatte in der letzten Runde den Formel-1-Ersatzfahrer Wehrlein und dessen Markenkollegen Robert Wickens von der Strecke befördert - nach Ansicht der Rennkommissare mit Absicht.

"Nach Ansicht der Sportkommissare muss aufgrund der Telemetriedaten und der vorliegenden Videoaufnahmen davon ausgegangen werden, dass die Kollision absichtlich herbeigeführt wurde", heißt es in der Urteilsbegründung des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB).

Das Audi-Team Phoenix verzichtete auf eine Berufung. Wehrlein (20) war durch den Ausfall in der Fahrerwertung vom ersten auf den dritten Rang abgerutscht.

Die Vorfälle rund um die angebliche Aufforderung vom Audi-Kommandostand an Scheider, Wehrlein "rauszuschieben", leiteten die Sportkommissare an das Berufungsgericht des DMSB zur weiteren Untersuchung weiter.

Der abgeschossene Pascal Wehrlein: "Heute ist der Tag, an dem Timo Scheider seine Vorbildfunktion für unseren Sport verloren hat."

Scheider selbst wird von der "Bild" zitiert: "Ich rechne nicht mit einer Strafe." Die DTM-Kommissare sehen bei Scheiders Aktion Absicht. Wegen des Funkspruchs von der Box wird ein gesondertes Verfahren eröffnet.

Für DTM-Ikone Bernd Schneider steht fest: "So eine Ansage ist mir in meiner ganzen Karriere noch nicht untergekommen. Was soll denn unser Nachwuchs bei sowas denken? Das ist nicht akzeptabel und man muss klarstellen, dass solche Aktionen nichts mit Motorsport zu tun haben."

 

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