Skandal-Aktion Neonazi-Flugblätter vor Münchner Schulen

Polizeieinsatz Foto: imago

Jetzt haben Rechtsextreme Münchner Schüler ins Visier genommen: Die NPD-Tarnorganisation „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ (BIA) startete am ersten Schultag eine dreiste Aktion.

 

München - Sie verteilte vor Münchner Schulen Flugblätter. Darin werden Schüler aufgefordert, per E-Mail „anti-deutsche Gewalt“ zu melden – und es wird für eine BIA-Veranstaltung geworben. Der Verantwortliche für das Flugblatt ist der rechtsextreme Stadtrat Karl Richter, unter den Verteilern war auch der wegen eines geplanten Attentats auf die Grundsteinlegung der Münchner Synagoge verurteilte Neonazi Martin Wiese.

Oberbürgermeister Christian Ude warnte am Mittwoch: „Dies ist ein unerträglicher Versuch, den Schulfrieden zu stören und gleichzeitig für die rechtsextremistische Szene wertvolle Kontaktadressen zu sammeln.“ Er appellierte dringend an alle Schüler und deren Eltern, „nicht auf dieses durchsichtige Manöver hereinzufallen und keinesfalls Mailadressen zur Verfügung zu stellen.“ Wer Gewalt in der Schule bemerke, könne und solle sich vertrauensvoll an die Schulleitung wenden. „Dabei gehört selbstverständlich jedwede Gewalttätigkeit unterbunden, völlig unabhängig von der Nationalität von Tätern und Opfern“, sagte Ude.

Auf ihrer Internetseite feierte die BIA ihre Flugblattaktion als „Paukenschlag zum Beginn des neuen Schuljahres“. Vor rund 20 Münchner städtischen Gymnasien und Realschulen sei man im Einsatz gewesen. Neonazi Karl Richter erlangte eine unrühmliche Prominenz, als er im Mai 2008 bei der Vereidigung des Stadtrats die Hand zum Hitlergruß erhob. Er wurde dafür rechtskräftig verurteilt.


 

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